„Der VAR raubt uns die Freude am Fußball“

Mit Beginn der Bundesligasaison 2017/2018 wurde der Video Assistant Referee im deutschen Fußball mit dem Ziel eingeführt, klare und offensichtliche Fehlentscheidungen zu korrigieren und den Fußball gerechter zu machen. Selbst Fans, die der Neuerung anfangs noch offen und positiv gegenüberstanden, konstatieren nach mittlerweile 9 Jahren, dass der VAR den Charakter des Spiels grundlegend verändert hat.

Während der Fußball von Intensität und Rhythmus lebt, leidet der Spielfluss erheblich unter den sich in die Länge ziehenden Unterbrechungen. Wir müssen ebenfalls schmerzlich feststellen, dass er den emotionalsten Moment des Spiels zerstört hat. Statt spontaner Freude bei einem Tor herrscht Unsicherheit ob einer möglichen Überprüfung. Dabei bleiben Entscheidungen aufgrund unterschiedlicher Eingriffsschwellen, uneinheitlichen Auslegungen oder menschlichen Fehlern weiterhin umstritten. Die Hoffnung bei Einführung auf eine objektive Gerechtigkeit hat sich nicht erfüllt, vielmehr schafft der Videoassistent neue Ungerechtigkeiten.

Die These, es gäbe mit dem VAR weniger Diskussionen über Schiedsrichterentscheidungen, stellte sich als Trugschluss heraus. Es gibt jetzt noch mehr. Trotz einer Vielzahl an Reparatur- und Optimierungsversuchen wird der Videoassistent mittlerweile von einem Großteil der Fußballfans abgelehnt und trifft im Stadion auf immer mehr Wut und Unverständnis. Dass der Fußball nie fehlerfrei war und es auch nicht sein muss, ist eine Erkenntnis, die wir in den letzten Jahren gewonnen haben. Wir möchten die objektiv messbaren Erfolge des VAR dabei nicht in Abrede stellen. Wir möchten vielmehr darauf aufmerksam machen, dass der Preis für den objektiven Nutzen zu hoch ist. Einen Preis, den wir nicht länger bereit sind zu bezahlen.

In der nun startenden ersten Pokalrunde sehen wir den Fußball, wie er sein sollte: ohne VAR und damit authentisch, unmittelbar und voller Emotionen. Zu diesem Zustand möchten wir dauerhaft zurückkehren und fordern deshalb die Abschaffung des Video Assistant Referee im deutschen Fußball.

Wir möchten die Freude am Fußball zurück!

Virage Est Saarbrücken

„Ein getragener Verein“: Virage Est Saarbrücken zum Vereinsgeschehen im August 2026

„Ein getragener Verein“ – ein Slogan, der in seiner Mehrdeutigkeit kaum passender beschreiben könnte, wie wir und auch viele weitere Fans und Mitglieder derzeit auf unseren 1. FC Saarbrücken e.V. blicken. Besonders zutreffend erscheinen diese Worte natürlich angesichts der euphorisierenden ersten beiden Spiele der neuen Saison und umso leichter gehen damit auch die folgenden Zeilen von der Hand. Denn mit ein wenig Verspätung wollen wir als Virage Est wie auch schon in den vergangenen Sommern heute unsere Sicht auf die aktuellen vereinspolitischen Vorgänge darlegen. Durch uns alle erkämpft, können wir uns auch unabhängig des erfolgreichen Saisonstarts im Vergleich zu den Vorjahren mit dieser Stellungnahme unter gänzlich veränderten Umständen zu Wort melden…


Ein kurzer Blick zurück

Bereits im Sommer 2025 war absehbar, dass sich die vereinsinternen Grabenkämpfe mit Blick auf die im Winter anstehenden Gremienwahlen weiter zuspitzen. Wieder folgte ein Skandal auf den nächsten, wieder bahnten sich zunehmend Schlammschlachten an, wieder drohte alles nach den altbekannten Mustern zu verlaufen. Wie die von uns sowie auch vielen weiteren Menschen im Umkreis des Vereins dringend geforderte und für absolut notwendig erachtete Neuaufstellung der Vereinsführung gelingen könnte, schien unklar. Doch selbst im günstigsten Fall eines solchen personellen Wechsels, wären die grundlegenden Vereinsstrukturen zunächst unverändert geblieben. Der 1. FC Saarbrücken hätte sich weiter in seinem längst veralteten und gänzlich verkrusteten System bewegt, das längst nicht mehr den Anforderungen eines modernen Mitgliedervereins entsprach.

Nach monatelanger Vorbereitung, zahllosen Gesprächen und intensiver Abwägung haben wir uns als Virage Est Saarbrücken deshalb vor ziemlich genau einem Jahr dazu entschlossen, mit „Zukunft Blau-Schwarz“ eine – bei aller Bescheidenheit – für unseren FC bisher beispiellose vereinspolitische Kampagne ins Leben zu rufen. Das vordergründige Ziel war dabei nicht der bloße Austausch einzelner Funktionsträger, sondern die ganz grundlegende Erneuerung unseres Vereins. Was in den folgenden Wochen und Monaten geschah, muss an dieser Stelle kaum noch einmal im Detail erzählt werden. Wir blicken auf eine intensive, emotionale und teilweise kräftezehrende Zeit zurück, in der unzählige Mitglieder Verantwortung übernommen und für ihren Verein gekämpft haben. Am Ende stand ein historischer Mitgliederentscheid: eine neue Satzung; eine grundlegend modernisierte Vereinsstruktur; ein Leitbild, das Identität und eine neue Vereinskultur festschreibt; und seit dem Jahreswechsel dann auch zahlreiche neue Verantwortliche, die den klar formulierten Mitgliederwillen nun mit Leben füllen sollen.

Dieser Erfolg kann nach Jahrzehnten voll Stillstand, Chaos, Tristesse, Skandalen und einem immer wiederkehrenden Teufelskreis aus personellen, strukturellen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten gar nicht hoch genug geschätzt werden. Er gehört keiner einzelnen Person und keiner einzelnen Gruppe – er gehört den Mitgliedern unseres Vereins und wäre ohne die große Unterstützung unzähliger Personen in dieser Form keinesfalls möglich gewesen!


Mit Geduld und Vertrauen zu neuen Ufern

Seit dem 8. Januar befindet sich der 1. FC Saarbrücken nun in einer Übergangsphase, die noch längst nicht abgeschlossen ist, in unseren Augen jedoch bereits erste Blüten trägt. Mit unterschiedlichen Stellenbesetzungen wurden wichtige personelle Weichen gestellt und es dabei endlich auch geschafft, wichtige Identifikationsfiguren und verdiente Spieler an Blau-Schwarz zu binden. Der Austausch zwischen Verein, Fans und Mitgliedern verbessert sich zunehmend und beginnt eine nie gekannte Qualität zu erreichen. Vereinsleben und -kultur entsteht, wo dieses jahrelang kaum noch vorhanden war. Mitglieder werden eingebunden und können ihren Verein aktiv mitgestalten – sei es bei vereinsinternen Themen oder im gemeinsamen Engagement für die ebenfalls lange überfällige Reform der Regionalligen, dem mit der durchgeführten Mitgliederbefragung ein Paradebeispiel für gelebte Vereinsdemokratie zuvor ging.

Gleichzeitig dürfen wir uns nichts vormachen. Zu vieles ist in den vergangenen Jahren personell wie strukturell liegen geblieben, als dass sich sämtliche Defizite und Altlasten innerhalb weniger Monate beheben ließen. Veränderungen brauchen Zeit, Prozesse müssen sich einspielen, Verantwortlichkeiten neu gefunden und Strukturen erst aufgebaut werden. Dabei werden Fehler passieren, Rückschläge zu verkraften sein und Entscheidungen sich im Nachhinein vielleicht als suboptimal erweisen. All dies gehört zu einem echten Neuanfang dazu und trotzdem können wir nach allen Eindrücken, die wir als Kurve insgesamt sowie unsere vereinspolitischen Vertreter im Besonderen in den vergangenen sieben Monaten sammeln konnten, an dieser Stelle eindeutig resümieren: Als Verein befinden wir uns in unseren Augen derzeit insgesamt auf dem absolut richtigen Weg!

Was uns auf diesem Weg allerdings weiterhin genauso wenig hilft wie in der Vergangenheit, sind Spekulationen, das (bewusste oder unbewusste) Verbreiten von Falschbehauptungen oder die FC-typische notorische Negativität. Auf die Gefahr hin uns damit zu wiederholen, war jedoch gerade auch in den vergangenen Monaten erneut oftmals zu beobachten, wie schnell vermeintliche Gewissheiten über Internetforen oder soziale Medien verbreitet und zu Fakten wurden, nur um ja die neuste (Negativ-)Schlagzeile als erstes in die Welt herausgehauen zu haben. Sei es die uninformierte Behauptung, bei Personalentscheidungen seien Satzungsverstöße begangen worden, obwohl die Stelle von Sebi Jacob ordnungsgemäß ausgeschrieben wurde und die sportliche Position von Manuel Zeitz gar keiner Ausschreibung bedurfte. Seien es wildeste Spekulationen und daraus hervorgehende vorschnelle Weltuntergangsstimmung und Grieskrämerei über die Transferpolitik zu Beginn der Sommerpause. Oder sei es selbst dann, als es Ende letzter Saison um ein Menschenleben ging. Um es klar zu sagen: Dieser gesamtgesellschaftliche, rund um den FC jedoch scheinbar besonders stark verbreitete Zeitgeist ist für uns bereits rein menschlich mehr als befremdlich, wir halten ihn jedoch auch mit dem Blick auf unseren Verein und die blau-schwarze Gemeinschaft schlicht und ergreifend für massiv schädlich!

Darüber hinaus müssen wir feststellen, dass der neuen Vereinsführung wiederholt Vorgänge negativ angelastet werden, deren Ursachen tatsächlich noch auf Entscheidungen der alten Verantwortlichen zurückgehen. Uns ist bewusst, dass diese Zusammenhänge nicht immer leicht nachzuvollziehen bzw. in manchen Fällen aus unterschiedlichen Gründen auch gar nicht öffentlich bekannt sind (und natürlich ist es auch eine Frage des Anstands, dass die neue Vereinsführung nicht in regelmäßigen Abständen mit dem Finger auf alte Entscheidungsträger zeigt). Dennoch würden wir uns wünschen, dass den gewählten und eingestellten Funktionsträgern die nötige Geduld, das nötige Vertrauen und auch eine gewisse Offenheit entgegengebracht wird, statt sie oftmals beruhend auf Halbwissen direkt in schärfsten Tönen zu kritisieren. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass Kritik künftig ausbleiben soll. Im Gegenteil: Ein lebendiger Mitgliederverein braucht nichts mehr als eine kritische Mitgliedschaft! Auch wir als Kurve werden die Entwicklung des Vereins weiter aufmerksam begleiten, hatten bekanntermaßen durchaus auch innerhalb der Kurve kontroverse Diskussionen vor der Wahl des Aufsichtsrats und werden beispielsweise weiter konsequent darauf pochen, dass auch die langfristigen Ziele von „Zukunft Blau-Schwarz“ wie der Abbau der Abhängigkeit vom derzeitigen Hauptsponsor konsequent angegangen werden. Vorgetragene Meinungen müssen jedoch in ihrer Form angemessen sein, auf Fakten beruhen und vor allem das gemeinsame Ziel verfolgen, den Verein voranzubringen, nicht ihn erneut zu vergiften und zu spalten. Mit dem Blick nach vorne möchten wir deshalb nochmal an den Titel dieser Stellungnahme erinnern: Wir tragen den Verein – und das am besten in positiver und geeinter Weise!


Umbruch in der Mannschaft, Umbruch im eingetragenen Verein

Sportlich stand bzw. steht der 1. FC Saarbrücken erneut vor einem Neustart. Anders als in den vergangenen Jahren soll dieser jedoch nicht Ausdruck kurzfristiger All-In-Strategien sein, sondern wie auch in allen anderen Bereichen der Beginn eines nachhaltigen Weges. Ohne uns zu stark an einer sportlichen Bewertung zu üben, meinen wir einen solchen Weg mit einer klaren, langfristigen Strategie in ersten Zügen erkennen zu können. Dauerhafter sportlicher Erfolg entsteht jedoch nicht über Nacht und auch deshalb braucht es realistische sportliche Erwartungen an die Saison 2026/27 sowie die Geduld von uns Fans und Mitgliedern, einen nachhaltigen Aufbau mitzutragen.

Ebenso wichtig ist ein Neustart im Verhältnis zwischen Mannschaft und Kurve. In der vergangenen Saison war die Geduld vieler Fans irgendwann aufgebraucht. Nach Jahren kurzfristiger Kaderplanungen fand sich unsere Mannschaft im Abstiegskampf wieder, obwohl wir mit ganz anderen Erwartungshaltungen in die Saison geschickt wurden. Die Reaktionen der Kurve waren Ausdruck dieser tiefen Enttäuschung, entsprechen aber nicht dem Selbstverständnis, das wir dauerhaft leben wollen. Mannschaft und Kurve dürfen sich nicht als Gegensätze verstehen, sie müssen ebenfalls wieder eine Einheit bilden. Hierzu standen wir bereits vor Saisonbeginn in einem konstruktiven Austausch mit Mannschaft und sportlicher Leitung, freuen uns, dass daraus bereits erste einende Momente im Stadion hervorgingen, und werden diesen konstruktiven Dialog als wichtigen Grundstein für das gemeinsame Verhältnis weiter aufrechterhalten. Es geht darum, sich gegenseitig zu tragen, in guten wie in schwierigen Phasen. Dabei stehen eine gesunde Erwartungshaltung einerseits und das weitere Entfachen von mitreißender Euphorie und Aufbruchsstimmung anderseits in keinerlei Widerspruch zueinander.

Und auch abseits des Rasens muss ein gesundes und vielfältiges Vereinsleben erst wieder langsam entstehen. Ein Verein lebt nicht von seinem Spielbetrieb allein. Er lebt von seinen Mitgliedern, seinen Abteilungen, seinen Ehrenamtlichen und all den Menschen, die bereit sind, Verantwortung für ihn und seine Gemeinschaft zu übernehmen. Genau das haben wir in der vergangenen Saison eindrucksvoll bewiesen. Gemeinsam haben die Mitglieder den Verein grundlegend erneuert. Dieses Potenzial endet jedoch nicht mit einer Satzungsreform, jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Die zentralen Forderungen von „Zukunft Blau-Schwarz“ bleiben deshalb auch weiterhin aktuell: Der unschätzbare Charakter als eingetragener Verein muss dauerhaft das Fundament des 1. FC Saarbrücken bleiben. Wie gefährlich eine Abkehr von diesem Prinzip sein kann, hat ein letztjähriger Ligakonkurrent aus dem Süden erst kürzlich erneut schmerzhaft erleben müssen. Professionalisierung, Modernisierung und Vermarktung dürfen daher niemals auf Kosten von demokratischer Mitbestimmung erfolgen, sondern stets in Einklang mit Fan- und Mitgliederinteressen stehen und die Werte des Vereins ausdrücklich berücksichtigen.


Gemeinsam gegen noch größere Widerstände

Mit großer Sorge blicken wir gleichzeitig weiterhin auf die gegenwärtigen Entwicklungen rund um den Umgang von Polizei und Behörden mit Fußballfans. Der Fußball braucht keine immer schärferen Sicherheitskonzepte, keine populistischen Law-and-Order-Politiker und nicht noch mehr polizeiliche Befugnisse. Kennt die Kriminalisierung von Fußballfans bundesweit schon kaum Grenzen, sind das Einsatzkonzepte von Polizei und die Perspektiven des Innenministeriums am Standort Saarbrücken an vielen Stellen besonders realitätsfern. Dass dies bei weitem nicht nur eine „radikale Minderheit“ so sieht, sondern das Stadionpublikum zu immer größeren Teilen keine Lust mehr auf die Hetze, Willkür und Gängelungen hat, zeigte sich zum Ende der vergangenen Saison exemplarisch vor dem Heimspiel gegen Mannheim. Wieder übertraf sich die Polizei in ihrem Aufgebot selbst und bezog sogar unmittelbar hinter der Kurve Stellung, woraufhin wir uns gezwungen sahen, das Stadion vorerst nicht zu betreten. Weite Teile der Stadionbesucher und insbesondere der Kurvengänger solidarisierten sich in der Folge mit unserer Entscheidung – ein starkes Zeichen des Zusammenhalts für ein freies Stadionerlebnis! Mit dem allwöchentlichen polizeilichen Irrsinn, den der Verein, wenn es nach der Landesregierung geht, künftig sogar noch (teil)finanzieren soll, werden wir uns mit Sicherheit während der Saison weiter auseinandersetzen müssen. Auch hier lautet jedoch schon jetzt die oberste Devise, sich als Verein und Fangemeinde nicht von Politik, Medien und Polizei spalten zu lassen!

Und auch fanpolitisch und in Sachen Verbandswesen bleiben die Herausforderungen groß. Das überholte System der Verbandsstrafen und die vorerst erneut gescheiterte Regionalligareform zeigen, dass sich der organisierte Fußball weiterhin grundlegend verändern muss. Hierbei nehmen wir ausgesprochen positiv wahr, dass die neue Vereinsführung den Austausch mit den Fans sucht und fanpolitische Anliegen deutlich offensiver und proaktiver begleitet, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Diesen Weg gilt es gemeinsam fortzusetzen.


Wir tragen den Verein weiter!

Die vergangenen zwölf Monate haben gezeigt, was möglich ist, wenn Mitglieder Verantwortung übernehmen. Aus Zuschauerinnen und Zuschauern wurden Gestalter ihres Vereins. Dieser Geist soll nicht verloren gehen, sondern weitergetragen werden: Lassen wir alle gemeinsam unseren Verein weiter aufblühen und aufleben.

Wir glauben, dass wir nicht nur für uns sprechen, wenn wir sagen, dass die ersten zwei Spiele der Saison ein länger nicht mehr empfundenes blau-schwarzes Glücksgefühl neu entfacht haben und verdammt viel Lust auf mehr machen. Nehmen wir diesen Schwung mit und sorgen wir dafür, dass uns dieses Gefühl, diese Emotionen, diese Leidenschaft und die derzeitige Zuversicht auch durch schwerere Phasen tragen. Und sorgen wir vor allem dafür, dass auch wir Fans den Verein in nochmals neuer Qualität beflügeln und tragen: Im Ludwigspark und in der Ferne, in Stadt und Land, von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, von Spiel zu Spiel.

Zum DFB-Pokalspiel gegen Hertha BSC treffen wir uns dazu alle gemeinsam ab 11:30 Uhr an der Ludwigskirche und tragen unseren Verein, den 1. FC Saarbrücken e.V. dann erneut voller Verrücktheit und (Pokal-)Euphorie wortwörtlich durch die Straßen der Stadt.

(Update 20.08.: Wegen Parallelveranstaltungen an der Ludwigskirche treffen wir uns ein einige Meter weiter oberhalb zwischen Schlossplatz und Nanteser Platz. Die Uhrzeit bleibt unverändert.)

Gebt dabei aufeinander acht und lasst uns in positivem, gemeinschaftlichem und rücksichtsvollem Miteinander gen Ludwigspark ziehen – treibt es laut, bunt und brennt für Blau und Schwarz, aber übertreibt es nicht!

Der 1. FC Saarbrücken e.V. gehört seinen Fans und Mitgliedern. Und genau deshalb gilt auch in dieser Saison weiterhin: Gemeinsam tragen wir den Verein in seine blau-schwarze Zukunft!

Virage Est Saarbrücken

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„Aufstiegsreform? Vereine & Fans betrogen!“

Der Ball rollt wieder. Zwei Regionalligen starten. Anfang August ist die vierte Liga dann komplett im Modus und auch die Zweit- und Drittligisten wieder auf Punktejagd. Es folgt der Pokal und das Oberhaus.

Was alle Vereine unabhängig der aktuellen Ligenzugehörigkeit verbindet? Die Verbände, welche die Regeln vorgeben! So weit, so logisch. Aber längst nicht mehr gut…

Der jüngste Skandal um die lang ersehnte Aufstiegsreform beweist beispielhaft, dass die Fußballverbände längst vergessen haben, welche Interessen sie vertreten. Es geht ganz offensichtlich nicht mehr um den Willen der Vereine, ihrer Sportler und Mitglieder, sondern um Besitz- und Machtansprüche.

Vor knapp einem Monat stimmten Klubs von der 3. Liga bis zur Oberliga über eine überfällige Reform der Regionalligen ab. Auf dem Tisch lag das Ergebnis einer vom DFB eingesetzten Arbeitsgruppe: zwei mögliche Modelle. Wenige Tage vor der Abstimmung offenbarte eine undichte Stelle, dass die fünf Regionalverbände (u.a. der NOFV) heimlich, still und beschämend zentrale Elemente an den Modellen und am Abstimmungsverfahren änderten – ohne transparente Kommunikation zu keinem Zeitpunkt. Kurzform: 18 statt 20 Teams in den neu geschaffenen Ligen und eine Abkehr von der bundesweiten Mehrheitsfindung hin zum Vetorecht für einzelne Regionen. Die Vereine und Fankurven liefen kurzfristig Sturm, jedoch gelang der bodenlose Schachzug der Regionalfürsten: die argumentative und auf einem fair ausgehandelten Kompassmodell fokussierte Geschlossenheit der Vereine wurde durch aufkommende Ängste geschwächt.

Viel zu lange litten die Regionalligisten unter dem Opportunismus der Verbandsfunktionäre, ließen sich gegeneinander ausspielen und letztlich betrügen. Der Reformwille ist geheuchelt, der letzte Funke Vertrauen meilenweit ins Abseits gestellt. Der deutsche Fußball braucht strukturelle und personelle Veränderungen. Die Chancen stehen gut, denn der Zusammenhalt der Vereine und Fans wird immer stärker und der Druck auf die Verantwortlichen wächst.

Liebe Fans, wir haben spätestens jetzt einen Punkt erreicht, an welchem Köpfe rollen müssen. Die Regionalverbände haben ihre Maske abgelegt und der korrupte DFB scheint den Gebären seiner Vizepräsidenten nichts Ehrliches entgegen zu setzen. Der Start der neuen Saison wird ungemütlich. Es geht um mehr als einen sportlich
erfolgreichen Start in die Spielzeit – es geht um Fairness, Authentizität und konsequente personelle und ideelle Veränderungen im Fußball. Der Protest der Vereine und ihrer Anhänger wird in die Stadien getragen und die Solidarität zunächst nur mittelbar betroffener Clubs ist dabei spürbar.

Wir bitten in diesem Zusammenhang um euer Verständnis und eure Solidarität für die anstehenden Protestaktionen und freuen uns über jede Unterstützung. Wir versprechen Angemessenheit, aber definitiv spürbare Aktionen und freuen uns in den kommenden Wochen über Unterstützung aus allen Stadionbereichen.

FÜR EINEN BESSEREN FUSSBALL!

• Ultras Lok Leipzig
• Saalefront Ultras – HFC Chemie
• Fanszene BFC Dynamo
• Südkurve Chemnitz
• Ultras SV Babelsberg 03
• Badkurve Plauen
• Fanszene Hertha BSC
• Ultima Raka 2002 & Ultras Energie & CBR02 – Energie Cottbus
• Fankurve E5 Zwickau
• Steigerwaldkurve Erfurt
• Fanszene des F.C. Hansa Rostock
• Block U – 1. FC Magdeburg
• Wuhlesyndikat 2002 – 1. FC Union Berlin
• Südkurve Jena
• Fanszene der SG Dynamo Dresden
• Westkurve 1860 München
• Nordkurve Nürnberg
• Südkurve München
• Gegengerade Bayreuth
• Fanszene Schweinfurt
• Südtribüne Unterhaching
• Südtribüne Ingolstadt
• Nordtribüne Fürth
• Fanszene Würzburger Kickers
• Stehplatz Mitte – SC Fortuna Köln
• Curva Clock – FC Gütersloh
• Fanszene Siegen – Sportfreunde Siegen
• Fiffi Gerritzen Kurve – SC Preußen Münster
• Fanszene Lippstadt – SV Lippstadt
• Fanszene Paderborn
• Kohorte / Proud Generation – MSV Duisburg
• Syndikat Ultras Wattenscheid
• Willi Pott Tribüne – Rot Weiss Ahlen
• Block A – Bonn
• Ultrà-Szene – BTSV Eintracht 1895
• Violet Crew Osnabrück
• Ultra Szene Wolfsburg
• Block 5 Emden
• Fanszene Göttingen
• Compagno Ultras / New Connection Ultras / Block 501 e.V. – Holstein Kiel
• Gegengerade Bremer SV
• Succade Ultra Oldenburg / Blue Flames Ultras – VfB Oldenburg
• Nordtribüne Hamburg
• Szene Meppen
• Virage Est Saarbrücken
• Südtribüne Darmstadt
• Fanatico Boys + Unitas Aquileiae – Heidenheim

„Eure Spielchen mit Reformen – nicht mit uns“

Aufgrund der jüngsten Entwicklungen rund um die lange geforderte Regionalligareform sieht sich vor der morgigen bundesweiten Abstimmung neben der Initiative zur Aufstiegsreform, der auch unser 1. FC Saarbrücken e.V. bekanntermaßen kürzlich beigetreten ist, auch das Bündnis der Fanszenen Deutschlands gezwungen, sich mit einer scharfen Kritik an den Verbänden zu Wort zu melden. Wie immer teilen und unterstützen wir als Virage Est Saarbrücken sowie als Förderkreis diese Stellungnahme und sprechen uns weiterhin klar für eine Regionalligareform unter dem Motto „Meister müssen aufsteigen“ und gegen die abermals mehr als zweifelhaften Methoden der Fußballverbände aus.

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„Eure Spielchen mit Reformen – nicht mit uns“

Jahrelang wurde von Transparenz, Dialog und einer gemeinsamen Reform der Regionalligen gesprochen. Vereine investierten Zeit, Energie und Vertrauen in einen eigens initiierten Prozess, der endlich zu einer fairen und tragfähigen Lösung führen sollte. In dieser Form in seiner Ausgestaltung und Professionalität beispiellos im europäischen Fußball.

Nun – kurz vor der finalen Abstimmung der Vereine – zeigt sich, was die Verlautbarungen der Regionalverbände tatsächlich wert sind. Sie gipfeln in einer Situation, die uns als Fans der betroffenen, aber auch der aktuell und perspektivisch nicht betroffenen Vereine noch wütender macht. Nicht nur kritischen Fans wird jetzt endgültig klar, dass die Verbände *nicht* im Sinne ihrer Mitgliedsvereine agieren, sondern ganz eigene Ziele verfolgen. Was FIFA und Co. auf der großen Bühne vormachen, spielen die Regionalverbände nach.

Der erste Kritikpunkt: Aus dem gemeinsam erarbeiteten Kompassmodell mit vier 20er-Staffeln sollen plötzlich 18er-Staffeln werden. Dabei waren die zusätzlichen Heimspiele einer der größten sportlichen und wirtschaftlichen Vorteile des Modells. Wer diesen zentralen Baustein wenige Tage vor der Abstimmung streicht, entwertet nicht nur monatelange Arbeit – sondern nimmt den Vereinen einen entscheidenden Mehrwert, den sie längst in ihre Überlegungen einbezogen hatten.

Der zweite Kritikpunkt: Eine bundesweite Mehrheit der Vereine – basierend auf monatelangem Austausch und Bewerten von Argumenten – soll nun nicht mehr ausreichen. Stattdessen soll jede der fünf Regionen eine eigene interne Mehrheit erreichen, um Zustimmung geben zu können. Aus einem demokratischen Mehrheitsprinzip einer bundesweiten Thematik wird damit faktisch ein Vetorecht einzelner Verbände. Wer Mehrheiten aushebelt, stärkt keine Demokratie – sondern zementiert bestehende, ungerechtfertigte und ebenso reformbedürftige Machtverhältnisse.

Noch schwerer wiegt jedoch die Art und Weise. Ausgerechnet in dem Moment, in dem sich Vereine bundesweit zusammengeschlossen, vernetzt und erstmals mit einer gemeinsamen Stimme für eine Reform eingesetzt haben, werden kurz vor der Abstimmung die Spielregeln verändert. Das wirkt nicht wie der Versuch, einen besseren Kompromiss zu finden. Es entsteht vielmehr der Eindruck, dass genau diese Geschlossenheit unterlaufen werden soll. Wer monatelang Beteiligung einfordert, um anschließend im entscheidenden Moment hinter den Kulissen die Grundlagen zu verändern, verspielt jedes Vertrauen in einen fairen Prozess.

Der Widerstand ist die logische Konsequenz. Nicht nur von den unmittelbar betroffenen Fans, sondern von allen, denen an einem glaubwürdigen und basisorientierten Fußball gelegen ist. Wer heute schweigt und diesen miesen Schachzug akzeptiert, der billigt gleichzeitig, dass Verbände ihre eigenen Machtinteressen über die Interessen der Vereine stellen. Diese Form der Verbandsarbeit hat den Fußball lange genug ausgebremst. Es ist Zeit, ihr entschlossen entgegenzutreten und deutlich zu machen: Reformen müssen von den Vereinen getragen werden – nicht gegen sie.

Wir rufen die Vereinsvertreter dazu auf, mit Geschlossenheit und breiter Brust aufzutreten und die anstehende Abstimmung unter diesen Umständen nicht durchzuführen.

Die Verbände dürfen sich sicher sein, dass es keinen Weg mehr an einer grundhaften Veränderung ihrer Ausrichtung und Politik vorbei gibt. Wir werden nicht locker lassen – ihr habt es nicht anders verdient.

Fanszenen Deutschlands im Juni 2026

„Wir lassen uns nicht spalten – Innenminister: Feinde der Fankultur!“

Am 1. Mai, rund einen Monat vor der nächsten Innenministerkonferenz, melden sich erneut die Fanszenen Deutschlands zu Wort. Wie immer teilen auch wir als Virage Est Saarbrücken und als Förderkreis diese Stellungnahme – die Kurve stets nach vorne geht, für Blau und Schwarz zusammensteht!

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Wir lassen uns nicht spalten – Innenminister: Feinde der Fankultur!

Etwas mehr als einen Monat ist es noch hin, bis die nächste Innenministerkonferenz in Hamburg tagt – und wir müssen noch immer davon berichten, dass die nach der letzten IMK versprochene Transparenz Fehlanzeige bleibt. Was genau auf der Agenda stehen wird, ist entsprechend nicht klar – die Erfahrungen der letzten IMK, die Drohungen der Politik gegenüber Vereinen und Verbänden, unterwürfige Verbände sowie die besorgniserregende Zunahme von Polizeigewalt und rechtswidrigen Maßnahmen gegen Fußballfans lassen uns allerdings wenig hoffnungsfroh sein. 

Während manche Innenminister und die Polizei daran zu arbeiten scheinen, Fanszenen zu spalten und eine Unterscheidung von „guten“ und „schlechten“ Fans zu konstruieren, möchten wir also diese heiße Phase der Saison nutzen, um erneut deutlich zu machen: Wir lassen uns nicht spalten! 

Seit dem letzten Jahr drücken gewisse Politiker den Vereinen und Verbänden die Pistole auf die Brust und drohen mit harten Mitteln, sollten sie ihren Forderungen nicht nachkommen. Dabei ist unter anderem die Rede von Lizenzentzügen, von Übertragung der Polizeikosten auf die Vereine sowie von personalisierten Tickets. Maßnahmen also, die die Vereine in die Knie zwingen und finanziell bedrohen können. Stellt euch vor, eurem Lieblingsverein wird die Lizenz für den Spielort des Stadions entzogen – oder zumindest für den Gästeblock! Wie sehr das Fehlen von Gästefans das Stadionerlebnis beeinträchtigen kann, ist bereits in vielen Ländern zu beobachten. Zustände, die wir uns nicht herbeiwünschen – gerade, wenn wir selbst als Auswärtsfahrer betroffen wären. 


An dieser Stelle müssen auch die Verbände explizit angesprochen werden: DFB und DFL sonnen sich in schönen Bildern und vollen Stadien, die die Fanszenen ihnen Jahr für Jahr von Bundesliga bis in die unteren Ligen servieren. Dass für die Fans, für das besondere Stadionerlebnis in Deutschland und gegen willkürliche Maßnahmen ihre starke Stimmen erhoben werden, ist von den Verbänden erwartungsgemäß nicht zu vernehmen. Stattdessen wird eifrig den populistischen Forderungen gefolgt und an einer völlig undurchsichtigen zentralen SV-Kommission gearbeitet. Die DFL sowie der DFB scheinen sich von diesen Drohgebärden einschüchtern zu lassen und vor dem Populismus der Politik einzuknicken. Sie scheinen bereit, unnötig repressive Maßnahmen wie die Verschärfung der Stadionverbots-Richtlinien durchzuwinken, um „schlimmere Übel“ abzuwenden. Die Verschärfungen eben dieser Richtlinien gehen also auch klar auf das Konto der Verbände, die weder ihren Vereinen Rückhalt bieten noch den wirtschaftlichen Faktor von aktiver sowie lebendiger Fankultur berücksichtigen zu wollen. Und das alles wegen einer hochstilisierten Gefahrenlage in deutschen Fußballstadien.   


Es erschließt sich uns zudem auch sechs Monate nach der letzten IMK nicht, weshalb diejenigen Politiker, die sich mit der inneren Sicherheit Deutschlands beschäftigen sollen, überhaupt über den Fußball sprechen. Die herbeifantasierten Schreckgespenster gefährlicher Stadien wurden doch bereits im Vorfeld der letzten IMK entzaubert! Weshalb also wollen gewisse Innenminister das bunte und lebendige Stadionerlebnis durch repressive, rechtlich fragwürdige Maßnahmen aufs Spiel setzen?
Weshalb wollen sie das Risiko in Kauf nehmen, Vereine finanziell zu ruinieren und Fankultur zu beerdigen? Die realitätsfremden Wahrnehmungen von Politikern, die selten bis nie einen Fuß in unsere Stadien gesetzt haben, können nicht unwidersprochen bleiben. Wir Fans wissen, wie die Realität aussieht: der Fußball ist nach wie vor sicher und gleichzeitig braucht das Stadionerlebnis die lebendige Fankultur! Die Zahlen der tatsächlich gefährlichen Vorfälle in Stadien sind so verschwindend gering, dass sie dieses Maßnahmenpaket niemals rechtfertigen können.



Lasst uns ihnen gemeinsam zeigen, was wir davon halten – wir lassen uns nicht spalten! 

Fanszenen Deutschlands – Mai 2026

„Transparenzoffensive zur Überarbeitung der SV-Richtlinien“

Mit der klaren Forderung nach mehr Transparenz richten sich die Fanszenen Deutschland am heutigen Montag, den 02. März 2026, insbesondere an ihre eigenen Vereine. Die Virage Est Saarbrücken und der Förderkreis der Virage Est unterstützen diese Forderung, erwarten sich auch vom 1. FC Saarbrücken im Rahmen seiner Möglichkeiten sich für Transparenz und Fanrechte auf bundesweiter Ebene einzusetzen und teilen im Folgenden die Stellungnahme des Fanszenen-Bündnis.

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Transparenzoffensive zur Überarbeitung der SV-Richtlinien

Vor rund zwei Wochen meldeten wir, die Fanszenen Deutschlands, uns bereits mit einer Stellungnahme bezüglich der in Hinterzimmern des DFB erarbeiteten neuen Stadionverbots-Richtlinie. Seitdem herrscht vor allem eins: Stille.

Zwar hat die DFL erstaunlich schnell – bereits am Freitag der Veröffentlichung unserer Stellungnahme – mit einem internen Schreiben an die Vereine reagiert. Die große Chance, nun endlich mit offenen Karten zu spielen, wurde jedoch abermals vertan.

Nun ist es für uns nichts Neues, dass wir Fans in Entscheidungen oder Prozesse der DFL nicht eingebunden werden. Dass allerdings selbst Vereine – teilweise gänzlich – außen vor gelassen werden, ist durchaus verwunderlich.

Das besagte Schreiben der DFL verbreitet dabei auch ganz bewusst Lügen. So ist beispielsweise die Rede davon, die Vereine „umfassend über mögliche Änderungen“ informiert zu haben. Tatsächlich sind allerdings kritische Vereinsvertreter mit irreführenden Falschaussagen aufs Glatteis geführt und kaltgestellt worden. Auch eine erwähnte Videokonferenz fand lediglich im Monologform statt, ohne die Chance auf Rückfragen.

Im Gegensatz zur DFL haben wir die vergangenen Tage genutzt und sind mit unseren Vereinen ins Gespräch gegangen. Die Erkenntnis daraus: Bis heute wissen die Vereine über die geplanten Veränderungen in der SV-Richtlinie nicht oder bestenfalls nur rudimentär Bescheid! Da passt es ins Bild, dass auch im Rahmen der Regionalkonferenzen in der Woche vom 16. bis 20. Februar 2026 in Frankfurt Informationen zur Überarbeitung der Stadionverbots-Richtlinien Fehlanzeige blieben.

Nun ist es natürlich schwierig, über Sachen zu urteilen, deren Inhalt man nicht kennt. Die DFL spricht gerne von „Transparenz“ – doch versagt dann gleich im ersten Schritt, diese zu schaffen.

Als transparenzliebende Fans sehen wir uns somit in der Pflicht, nun unsererseits mit einer Transparenzoffensive Licht ins Dunkel zu bringen. Denn wir wissen ganz genau Bescheid, welche Maßnahmen geplant sind.

Daher möchten wir im Folgenden Paragraphen aus dem Entwurfspapier der DFL zitieren:

  • 2 (3) beschreibt die Errichtung einer Stelle, welche dazu ermächtigt und verpflichtet wird, entsprechende Entscheidungen im Zusammenhang mit Stadionverboten zu treffen und Maßnahmen zu ergreifen. Tätig werden soll diese sogenannte „Fachaufsicht“ selbstständig, auf Antrag einer lokalen SV-Kommission oder auf Antrag der Polizei oder anderer Strafverfolgungsbehörden.

Die zentrale Fachaufsicht ist gemäß des Abschnitts b) weisungsbefugt gegenüber den lokalen Stadionverbots-Kommissionen. Bei Nicht-Einhaltung einer Weisung kann die Fachaufsicht die entsprechenden Maßnahmen treffen.

Es lässt sich also festhalten: Sollte dieser Paragraph so umgesetzt werden, werden die lokalen Stadionverbots-Kommissionen de facto zum Papiertiger. Spätestens wenn der Polizei die Möglichkeit gegeben wird, per Antrag die Fachaufsicht einzuschalten, verlieren die lokalen Kommissionen ihre Bedeutung!

  • 5 (vormals §4) (3) legt fest, dass ein Stadionverbot auszusprechen ist, wenn die Stadionverbotskommission (lokal oder zentral) Kenntnis von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens durch die Strafverfolgungsbehörden erlangt. Zwar ist die Rede von der „Berücksichtigung der konkreten Umstände des Einzelfalls“, grundsätzlich ist aber davon auszugehen, dass hiermit die Vergabe von Stadionverboten nach dem Gießkannen-Prinzip ermöglicht wird. Denn bei Nicht-Erteilung eines Stadionverbots, etwa weil die lokale Stadionverbots-Kommission den Fortgang des Ermittlungsverfahrens oder den Ausgang des etwaigen, folgenden Gerichtsverfahrens abwarten möchte, kann die Polizei die Fachaufsicht anrufen und diese zieht dann die Aussprache der Stadionverbote an sich. Dass Ermittlungsverfahren eingestellt werden oder in Freisprüchen enden können, interessiert Verbände, Politik und Polizei bei der „Präventivmaßnahme“ Stadionverbot nicht.
  • 5 (vormals §4) (4) besagt zudem, dass Stadionverbote sogar ausgesprochen werden können, ohne dass ein Ermittlungs- oder sonstiges Verfahren eingeleitet wurde. Hierfür sollen künftig Ingewahrsamnahmen oder Aufenthaltsverbote ausreichen. Im Kontext der vergangenen Wochen, in denen vermehrt Fanszenen aus fadenscheinigen Gründen an ihrer Auswärtsreise gehindert wurden, würde dieser Paragraph das Tor für den Ausschluss großer Fangruppen öffnen. Und eins ist sicher: Sobald der Polizei dieser Hebel in die Hand gelegt wird, wird sie ihn auch nutzen!

Dies sind nur kurze Auszüge aus dem insgesamt 9 Seiten langen Dokument. Wir möchten diese aber mit unserer Stellungnahme öffentlich machen, um aufzuzeigen, was sich hinter verschlossenen Türen zusammenbraut. In Kraft treten sollen diese Maßnahmen bereits zum 1. Juli 2026, was einen ambitionierten Zeitplan bei zugleich herrschender Intransparenz bedeutet.

Da wir den Glauben an eine diskussionsorientierte Lösung bei DFL, DFB und Politik schon längst verloren haben, nehmen wir daher unsere Vereine in die Pflicht, sich diesen geplanten Maßnahmen entschieden und mit allen Mitteln entgegenzustellen!

Die Fanszenen Deutschlands im März 2026

„Fans & Vereine: Gemeinsam gegen die neuen SV-Richtlinien!“

Erneut melden sich die Fanszenen Deutschlands vor dem kommenden Spieltag mit einer Stellungnahme zu Wort. Wieder sollen im Hinterzimmer und im Eilschritt Verschärfungen gegen Fanrechte durchgepeitscht werden, diesmal geht es konkret um die ohnehin bereits zu kritisierende Praxis von Stadionverboten. Als Virage Est Saarbrücken sowie als Förderkreis unterstützen wir erneut die Stellungnahme und beteiligen uns weiter an den bundesweiten Protesten.

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Fans & Vereine: Gemeinsam gegen die neuen SV-Richtlinien!

Hallo Fußballfans,

die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass die Verbände derzeit heimlich, still und leise eine deutliche Verschärfung der Stadionverbotsrichtlinien anstreben.

In einem wiederholt intransparenten Prozess arbeiten Juristen der Verbände und deren Sicherheitsfunktionäre unter punktueller Einbeziehung einzelner Vereine offenbar daran, umfassende Änderungen an den derzeit gültigen Richtlinien umzusetzen.

Es ist zu befürchten, dass dort all jene Themen zur Debatte stehen, die schon im Rahmen der Innenministerkonferenz an die Öffentlichkeit gedrungen sind: Eine zentrale Stadionverbotskommission mit Weisungsrecht gegenüber den Vereinen und andere weitreichende Verschärfungen gegenüber dem Status Quo.

So waren etwa zwei Kernforderungen aus der IMK, „Soll-Bestimmungen“ in „Ist-Bestimmungen“ umzuwandeln und Stadionverbote für eine Mindestdauer festzusetzen, was vielerorts auf große Kritik gestoßen ist. Aufgrund des Schweigens der Verbände ist nicht auszuschließen, dass diese Damoklesschwerter weiterhin über deutschen Fans schweben. Das gerne als Präventionsmaßnahme verkaufte Konzept „Stadionverbot“ droht somit endgültig zum repressiven Mittel einer Parallelgerichtsbarkeit zu werden.

An dieser Stelle sehen wir unsere Vereine in der Pflicht, unsachgemäßen und praxisfernen Vorstößen entschieden entgegenzutreten. Dazu gehört, eine ergebnisoffene Diskussion einzufordern, die nicht abseits der Öffentlichkeit stattfindet und Fanperspektiven einbezieht. Zum Jahresende 2025 haben wir jedenfalls gezeigt, was wir gemeinsam auch in solch aufgeladenen Themen erreichen können.

Die Verbände fordern wir dazu auf, ihre Entscheidungen nicht im Hinterzimmer zu treffen, sondern offen und transparent die Diskussion zu führen.

Fanszenen Deutschlands im Februar 2026

Gemeinsam weiter gegen Populismus! (Stellungnahme der Fanszenen Deutschlands vom 12.12.2025)

Im Nachgang der letztwöchigen Innenministerkonferenz meldet sich an diesem Freitag noch einmal das Bündnis der Fanszenen Deutschlands zu Wort und zieht Bilanz zu den Protesten der vergangenen Wochen sowie zu den Ergebnissen der Konferenz. Als Virage Est Saarbrücken sowie als Förderkreis teilen wir erneut auch diese Stellungnahme und werden den Kampf für unsere lebendige Fankultur und freie Kurven gemeinsam mit zahlreichen weiteren Fußballfans auch künftig weiter fortsetzen.

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Fans & Vereine: Gemeinsam weiter gegen Populismus!

Die letzten Wochen dominierte der Protest gegen die Maßnahmen, die bei der Innenministerkonferenz in Bremen zur Debatte standen, unsere Spieltage.

Immerhin konnten bereits vor Beginn der IMK erste kleine Erfolge verzeichnet werden. Absurde Maßnahmen wie personalisierte Tickets, Gesichtsscanner sowie KI-Methoden an Stadioneingängen waren bereits vor Konferenzbeginn vom Tisch. Neben den Protesten der Fanszenen in den Stadien und auf den Straßen standen auch unsere Vereine in ungewohnter Geschlossenheit entschieden hinter uns und den Protesten. Wir erkennen das ausdrücklich positiv an!

Dennoch bleiben nach der IMK große Bedenken. Beschlossen wurde die Einrichtung einer zentralen Stadionverbotskommission. Hierbei tappen Fans und Vereine weiterhin im Dunkeln, was diese Kommission schlussendlich wirklich für Rechte und Pflichten hat, wie sie sich personell zusammensetzt und welche Konsequenzen sie für Fans und Vereine hat. Für uns ist klar, dass dieses neu geschaffene Gremium lokale Vertrauens- und Arbeitsprozesse schwächt, einen Keil zwischen Fans und Vereine treibt und weiterhin mit Entschiedenheit abzulehnen ist. Wir appellieren an unsere Vereine, gegenüber Verbänden und Politik stark zu bleiben und sich weiterhin konsequent gegen die geplante zentrale SV-Kommission auszusprechen. Auch das Thema Pyrotechnik spielt weiterhin eine große Rolle und ist den Law-and-Order-Politikern ein Dorn im Auge. Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam als Fans und Vereine einen langen Atem brauchen, um der Politik auch bei diesem Thema konsequent die Stirn zu bieten und lösungsorientiert an der Thematik zu arbeiten, anstatt populistischen Worthülsen auf den Leim zu gehen.

Die nächste Innenministerkonferenz kommt und unser Kampf für freie und selbstbestimmte Kurven ist noch lange nicht vorbei. Lasst uns wie in den vergangenen Wochen diesen Weg weiterhin gemeinsam gehen. Für unsere Kurven. Für unsere Vereine. Für die einzigartige Fankultur in Deutschland.

Die Fanszenen Deutschlands im Dezember 2025

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Unsere klare Forderung – Zeit zu handeln! (Stellungnahme der Fanszenen Deutschlands)

Auch am kommenden Wochenende – dem letzten Spieltag vor der anstehenden Innenminsterkonferenz – werden die deutschen Fanszenen nochmals mit aller Entschiedenheit gegen die Pläne zur massiven Verschärfung der Sicherheitsbestimmungen rund um Stadien protestieren. Als Virage Est Saarbrücken wie auch als Förderkreis schließen wir uns dem erneut an, teilen die folgende Stellungnahme und tragen den bundesweiten 12-minütigen Stimmungsboykott im Rahmen unseres Heimspiels gegen Essen ebenfalls mit. Wir rufen alle Fanclubs dazu auf, sich optisch an dem Boykott zu beteiligen und den Ludwigspark erst zur 13. Minute mit ihren Zaunfahnen in Blau und Schwarz erstrahlen zu lassen.

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Unsere klare Forderung – Zeit zu handeln!

Am vergangenen Wochenende haben wir, die Fanszenen Deutschlands, in bislang unerreichter Geschlossenheit erneut unsere deutliche Ablehnung der geplanten Beschlüsse der Innenminister gezeigt. 

Personalisierte Tickets, KI-Gesichtserkennung um die Personalisierungen der Tickets durchzusetzen, sowie jede Verschärfung der Stadionverbotsvergabe, von der Anpassung der Richtlinien bis hin zu zentralen Stadionverbotskommission mit Veto-Recht, lehnen wir entschieden ab. 

Wir fordern weiterhin ein Ende des Populismus und ein klares Bekenntnis zur Einzigartigkeit der deutschen Fankultur. Die Zahlen sprechen eindeutig für sich – es gibt keinerlei haltbaren Anlass für die vorgesehenen Verschärfungen. Dass unzählige Vereinsvertreter unsere Kritik inzwischen öffentlich teilen, bestätigt unsere Haltung zusätzlich: Die Stadien sind sicher! 

Die Innenminister verharren allen Argumenten zum Trotz stur auf ihrem populistischen Irrweg und scheinen sich mittlerweile gegenseitig zu überbieten, wer mit den absurdesten Forderungen um die Ecke kommt. 

Am kommenden Ligawochenende sowie in den anstehenden Pokal-Achtelfinals werden wir Fußballfans aus den Kurven Deutschlands erneut 12 Minuten schweigen und unseren Unmut deutlich in die Stadien tragen.

Die Stille der Kurven ist unsere unüberhörbare klare Forderung an die Politik, noch vor der anstehenden Innenministerkonferenz die dringend notwendige Kehrtwende einzulegen. 

An die Vertreter der Vereine und Verbände appellieren wir: Zeigt deutlicher denn je Haltung und schützt gemeinsam mit uns das Alleinstellungsmerkmal des Fußballs in diesem Land – noch ist es nicht zu spät! Ohne euch wird ein Großteil der absurden politischen Forderungen nicht umsetzbar sein! 

Alle Fußballfans möchten wir an dieser Stelle noch einmal auf die laufende Petition unter www.derfussballistsicher.de/petition  aufmerksam machen. 

Die Fanszenen Deutschlands im November 2025

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12 Minuten schweigen – Für den Erhalt der Fankultur! (Stellungnahme der Fanszenen Deutschlands)

Vor dem Wochenende melden sich die Fanszenen Deutschlands erneut zur derzeitigen Debatte im Vorfeld der Innenministerkonferenz zu Wort. Erneut unterstützen wir als Virage Est Saarbrücken und als Förderkreis die Stellungnahme sowie die angekündigten bundesweiten Proteste am kommenden Spieltag.

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12 Minuten schweigen – Für den Erhalt der Fankultur!

Letztes Wochenende noch mit wehenden Fahnen und Gesängen in der Leipziger Innenstadt, an diesem Wochenende ohne Material und ohne Support in den Kurven. Wir werden die ersten 12 Spielminuten schweigend verbringen!

Größer kann der Kontrast zwischen gelebter Fankultur und schweigenden Zuschauerrängen nicht sein. Noch ist es ein dystopisches Szenario, setzt die Innenministerkonferenz ihre Pläne am 3. bis 5.12. in Bremen um, wäre eben dieses Szenario vielleicht schon am ersten Dezemberwochenende die neue Wirklichkeit.

Wir fordern die Vereine auf, sich diesen Plänen mit allen zur Verfügung stehenden Ressourcen und Möglichkeiten zur Wehr zu setzen! Die Äußerungen der IMK und die geplanten Änderungen zerstören nicht nur freie Fankultur, sondern greifen auch massiv und unbegründet in die Vereinsstrukturen ein. Die jahrelange gute Arbeit der Vereine und ihrer Partner wird ohne tatsächlichen Anlass mit Füßen getreten, das Erlebnis Stadionbesuch durch Unwahrheiten und egoistische Politiker massiv in seinem Ruf geschädigt.

Vereine: Es geht nur gemeinsam! Wir Fans haben letztes Wochenende über Rivalitäten, Farben und Ansichten hinweg eine starke Einheit gebildet und unsere Haltung zum Ausdruck gebracht. Nun seid ihr an der Reihe!

Die Fanszenen Deutschlands

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