Demo als voller Erfolg! Wie geht es weiter? – Stellungnahme der Fanszenen Deutschlands

Auch die heutige Stellungnahme der „Fanszenen Deutschlands“ am Tag nach der erfolgreichen Fandemonstration in Leipzig wird erneut auch von der Virage Est Saarbrücken unterstützt. Wir Fans werden von uns hören lassen!

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Demo als voller Erfolg! Wie geht es weiter?

Wir können stolz auf uns sein! Innerhalb einer Woche und mit lediglich dreitägiger öffentlicher Mobilisierung haben wir es gemeinsam geschafft, ein mehr als deutliches Statement in Richtung der Innenminister, Verbände und Vereine zu setzen. Unsere Erwartungen zur Demo wurden massiv übertroffen, über 20.000 Fußballfans sind über Rivalitäten hinweg Seite an Seite durch Leipzig gezogen und haben eine klare Botschaft gesendet: Gegen populistische Forderungen der Politik und gegen die Erfüllungsgehilfen in den Verbänden –  Für die lautstarke, kreative und einzigartige Fankultur in Deutschland!

Angekündigt hatten wir im Vorfeld, dass der Protest beim heutigen DFB-Länderspiel in Leipzig fortgeführt und ins Stadion getragen werden soll. Hiermit geben wir bekannt, dass es sich dabei um eine Fake-Ankündigung gehandelt hat. Ziel war es, den Sicherheitsbehörden die Schweißperlen auf die Stirn zu treiben beim Gedanken daran, dass hunderte Leute aus den aktiven Fanszenen das Premiumprodukt Länderspiel torpedieren und im Zentralstadion aufschlagen. Bereits während der Demonstration am Sonntag hat man gesehen, dass einzig und allein die Polizei dafür verantwortlich ist, dass die Einsatz- und Personalkosten beim Fußball absurdeste Ausmaße angenommen haben. Begleitet wurde die Demo beispielsweise unter anderem von diversen Einsatzkräften, einem Polizeihubschrauber sowie zwei Wasserwerfern. Wenig verwunderlich liefen, flogen  und standen diese sinnlos in der Gegend und kosteten dabei den Steuerzahler horrende Summen. Wir sind es leid, als billige Ausrede für ausufernde Polizeikosten rund um Fußballspiele herhalten zu müssen!

Und wie geht es jetzt weiter?

Nach dem erfolgreichen Sonntag in Leipzig ist völlig klar, dass wir den Protest nun zurück in die Stadien und unsere Kurven tragen müssen. Es bleiben uns noch wenige Wochen, um den Druck hochzuhalten und den Law-and-Order-Politikern die Stirn zu bieten. Ihr könnt euch gewiss sein, dass wir den Spirit der Demonstration aufgenommen haben und bereits tief in den Planungen stecken, wie wir die nächsten Wochen angehen. Um es Politik, Verbänden und Co. mit einem von uns bereits beim Investoren-Protest genutzten Wortlaut zu sagen: Ihr werdet von uns hören!

Die Fanszenen Deutschlands

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Demoaufruf der Fanszenen Deutschlands: „Alle nach Leipzig!“

Als Teil des bundesweiten Bündnis unterstützt auch die Virage Est Saarbrücken den folgende Demoaufruf der Fanszenen Deutschlands.

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Alle nach Leipzig! 

Eure Statistiken und unsere Wahrnehmung zeigen: Der Fußball ist sicher! Schluss mit Populismus – Ja zur Fankultur! 

Anfang Dezember steht die Innenministerkonferenz (IMK) an. Wie in unserer Stellungnahme vom 07.11. beschrieben, versuchen Law-and-Order-Politiker unter dem Deckmantel der Stadionsicherheit Maßnahmen durchzusetzen, die existenzgefährdend für die deutsche Fankultur sind! 

Neidisch und begeistert blicken Fußballfans aus ganz Europa auf die bunte, laute und mitreißende Atmosphäre in den deutschen Stadien – von Bundesliga bis in die Niederungen des Amateurfußballs. Anstatt dieses Alleinstellungsmerkmal zu respektieren und zu fördern, versuchen Politik und Verbände alles, um mit diversen Maßnahmen lauter Sargnägel in unsere einzigartige Fankultur zu rammen. 

Doch wir sind nicht bereit, uns unsere Leidenschaft und unser Stadionerlebnis von diesen Sicherheitsfanatikern nehmen zu lassen! Bereits am vergangenen Wochenende haben wir mit einer gemeinsamen Spruchbandaktion in den Stadien sowie der begleitenden Stellungnahme unseren Unmut bekundet. Nun gilt es, am Ball zu bleiben und den Protest gegen diese abstrusen Maßnahmen auf die Straße zu tragen! 

Wir rufen daher alle Fußballfans dazu auf, am Sonntag (16.11.) in Leipzig aufzuschlagen und dort lautstark für die deutsche Fankultur einzustehen. Der Treffpunkt für die Demonstration ist um 11:30 Uhr in der Leipziger Innenstadt. Genaue Infos folgen möglichst zeitnah. 

Verzichtet auf Gruppen- und Szeneartikel und erscheint dort in den Farben und Klamotten eures Vereins. Lasst uns gemeinsam allen Politikern sowie den Verbänden klar machen, dass wir als Fußballfans über Rivalitäten hinweg zusammenstehen, um das höchste Gut des deutschen Fußballs zu schützen! 

Am darauffolgenden Montag findet in Leipzig das DFB-Länderspiel gegen die Slowakei statt. Auch dort sind unsererseits diverse Aktionen in Planung, um unseren Protest auch am spielfreien Wochenende in den Stadien hochzuhalten und in dem Fall dem DFB unmissverständlich klarzumachen, dass wir nicht tatenlos zusehen werden, wie sich dieser Verband zum Erfüllungsgehilfen von populistischen Innenministern macht! 

Interessierte Vertreter von Presse und Medien können sich für Informationen und Anfragen ab sofort unter presse@fanszenen-deutschlands.de melden. 

Wichtige Hinweise zur Demo: 

– Verhaltet euch gegenüber der gastgebenden Stadt Leipzig sowie allen anwesenden Fans respektvoll! Wir kämpfen Seite an Seite für unsere Sache! 
– Verzichtet auf Pyrotechnik und Vermummungsgegenstände! 

Die Fanszenen Deutschlands 

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Alle FC-Fans, die trotz der Kurzfristigkeit anreisen möchten, versorgen wir gerne mit weiteren organisatorischen Infos. Wendet euch dazu gerne per Mail an info@foerderkreis-virage-est.de

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„Ein Damoklesschwert schwebt über unserem Fußball!“ – Stellungnahme der Fanszenen Deutschlands

Als Teil des bundesweiten Bündnis unterstützt auch die Virage Est Saarbrücken die folgende Stellungnahme der „Fanszenen Deutschlands“ vom 07. November 2025.

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Ein Damoklesschwert schwebt über unserem Fußball!

Pünktlich zur im Dezember anstehenden Innenministerkonferenz (IMK) in Bremen melden wir uns mit einer Stellungnahme. Wie ihr euch denken könnt: kein gutes Zeichen. Doch was steht zur Debatte? Auf der vorletzten IMK im vergangenen Winter wurden bereits Maßnahmen angedacht, die angeblich die Sicherheit im Stadion erhöhen sollen. Was bislang allerdings einem zahnlosen Papiertiger glich, könnte alsbald bittere Realität werden: Personalisierte Tickets, KI-gestützte Sicherheitsmaßnahmen rund um Spieltage und massenhaft neue Stadionverbote ohne Unschuldsvermutung könnten die Folge sein! 

Anfang Dezember soll die Schaffung einer bundesweiten Stadionverbotskommission beschlossen werden. Zusätzlich zu den standortgebundenen SV-Kommissionen soll diese Institution die Vergabe des ohnehin rechtsstaatlich höchst fragwürdigen Sanktionsmittels „Stadionverbot“ überwachen. Rücknahmen und vorzeitige Aufhebungen der Stadionverbote durch die SV-Kommissionen der einzelnen Standorte könnten zukünftig von oben herab untersagt werden. Hierbei wird die Expertise der Vereine, die mit den Vorgängen rund um ihre (Heim-)spiele vertraut sind und lokale Situationen definitiv besser einordnen können als eine zentrale Stelle, bewusst umgangen. Zudem sollen Vereine, die sich nicht an die Vorgaben der zentralen Stadionverbotskommission halten, zukünftig durch die Sportgerichtsbarkeit sanktioniert werden. 

Unklar bleibt zunächst, ob auch eine direkte SV-Vergabe im Repertoire des neuen Monsters von Verbänden und Politik liegen soll. Ebenso wenig ist über die mögliche personelle Zusammensetzung bekannt. Man stelle sich vor, die Schreihälse aus Innenministerien und Repressionsorganen wie der Polizei wären Teil dieses Gremiums – es würde wohl nicht lange dauern, bis Stadionverbote nach dem Gießkannenprinzip verteilt würden – massenhafte Überwachung und Personalienfeststellungen durch Festsetzung ganzer Personengruppen inklusive. Gleiches gilt für die angedachte Praxis, bis spätestens sechs Wochen nach der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens (wohlgemerkt: keiner Verurteilung!) ein Stadionverbot zu prüfen. Wie oft derartige „Prüfungen“ dann in einem SV münden, könnt ihr euch sicherlich vorstellen. Besonders eklatant ist hierbei, dass aus einer Soll-Formulierung nun eine Muss-Vorschrift werden soll. Jedes eingeleitete Strafverfahren, was sich bekanntermaßen in sehr vielen Fällen aufgrund Unsinnigkeit nach einer Weile im Sande verläuft, wäre gleichbedeutend mit einem sofortigen Stadionverbot für den Betroffenen! 

Neben der neuen Praxis für Stadionverbote fordern Hardliner aus der Politik und der Polizei weitere Einschnitte in den Stadionalltag. Ein Szenario besteht aus flächendeckenden personalisierten Tickets sowie Gesichtsscannern. Dabei stellen wir nicht nur die Umsetzbarkeit und Sinnhaftigkeit infrage, sondern erkennen auch einen klaren Eingriff in das informationelle Selbstbestimmungsrecht aller Stadionbesucher. Wenn alle Fans am Einlass auch noch das letzte Stück Freiheit für den Besuch unseres Volkssports abgeben müssen, steht das im krassen Widerspruch zu unseren Vorstellungen und entbehrt jeglicher Verhältnismäßigkeit. 

Natürlich findet auch das omnipräsente Thema Pyrotechnik seinen Platz in den Fantasien der Politiker und Behörden. Während die Fanszenen im ganzen Land im Rahmen der „Verbandsstrafen abschaffen“-Kampagne seit geraumer Zeit konstruktive Vorschläge liefern und ohne populistisch vorzupreschen sinnvolle Dialoge mit Vereinen und Verbänden zu Pyrotechnik initiieren, verschließen Politik und Polizei die Augen vor der Realität der reifen und in den Stadien vollumfänglich positiv bewerteten Nutzung von Pyrotechnik der Fanszenen. Mit einer Null-Toleranz-Linie sowie Gleichsetzung von Pyrotechnik mit Gewalt und Bedrohung zeigt die Gegenseite eindrucksvoll, dass jegliches Verständnis für Fankultur fehlt. 

Die deutschen Stadien sind sichere Orte – das belegen sämtliche Statistiken der Behörden selbst wie etwa der im Oktober 2025 veröffentlichte Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS). Wofür also eine neue Stadionverbotskommission benötigt wird, die die Kompetenzen der örtlichen Sicherheitsträger definitiv einschränken soll, bleibt höchst fragwürdig. Statt sich weiterhin repressiven Maßnahmen zu verschreiben, braucht es Konzepte, die das Sicherheitsrisiko für uns Stadiongänger tatsächlich verringern. 

Wir fordern daher: 

1. Minimierung der Polizeieinsätze – Die größte Gefahr in den deutschen Stadien bleiben unberechenbare Einheiten der Bereitschaftspolizei. Statt sich über Kostenumlagen auf die Vereine Gedanken zu machen, sollten die Innenministerien die vollkommen maßlosen Einsatzzeiten ihrer Bediensteten reduzieren. 

2. Aussetzung des Präventivinstruments „Stadionverbot“ – Eine zentrale Stadionverbotskommission sowie die zwanghafte Vergabe eines Stadionverbots nach Einleitung eines Ermittlungsverfahrens darf es unter keinen Umständen geben! 

Generell stellen wir uns klar gegen das Präventivinstrument Stadionverbot. Anstatt junge Menschen aus den Stadien auszusperren, sollten sich Verbände und Politik für rechtsstaatlich verbindliche und pädagogisch wertvolle Maßnahmen bei tatsächlich vorliegenden Straftaten im Fußballkontext einsetzen. 

3. Überwachungskosten reduzieren – Statt den Vereinen immer teurere Überwachungssysteme unter dem Deckmantel der Stadionsicherheit aufzuzwingen, sollten die Gelder in die Nachwuchsarbeit, die Infrastruktur der Stadien und die Arbeit von Fanprojekten investiert werden. 

4. Anerkennung des Mehrwerts der deutschen Kurven – Anstatt mit der Forderung der Personalisierung aller Eintrittskarten jeden Stadiongänger unter Generalverdacht zu stellen, sollte auch die Politik die Fankultur hierzulande als Alleinstellungsmerkmal des Fußballs anerkennen! Auch die Nutzung von Pyrotechnik sollte endlich ihre berechtigte Akzeptanz finden! 

Uns ist bewusst, dass auch wir die Uhren nicht zurückdrehen werden. Häufig wurden hart erkämpfte Freiheiten nur kurze Zeit später zum Wohle des Populismus einiger weniger wieder eingeschränkt. Doch seid euch gewiss: Sollten sich die Gerüchte erhärten, werden wir uns zum Wohle aller Stadionbesucher für das Fußballstadion als Ort der Freiheit einsetzen und für die Werte unseres Fußballs einstehen! 

Die Fanszenen Deutschlands im November 2025 

Virage Est Saarbrücken zum Vereinsgeschehen im Juni 2025

„Geduld in manchen Dingen…“

Das Intro-Transparent der Kurve im Braunschweiger Gästeblock konnte an jenem Abend nicht fortgesetzt werden. Dafür hing am nächsten Tag vor der Geschäftsstelle unseres Vereins die Fortsetzung: „führt sicher selten zum Gelingen“.

Wir blicken auf eine Saison zurück, in der wir unsere Kritik an der Führungsetage des Vereins auf ein Minimum reduziert haben und uns dem großen Ziel – Aufstieg in Liga zwei – zähneknirschend untergeordnet haben. Trotz unzähliger struktureller wie personeller Baustellen im Verein, diverser Nachrichten über Querelen auf Führungsebene, einer in vielen Belangen unwürdigen und haarsträubenden Mitgliederversammlung im Januar sowie einiger sportlicher Unruhe bewahrte die Kurve die Ruhe. Dass die Stimmung im und rund um den Verein nicht bereits in der Hinrunde kippte und die Fangemeinde des FCS stattdessen bis zur allerletzten Minute in Braunschweig alles in ihrer Macht Stehende für die Unterstützung von Blau-Schwarz tat, lag nicht zuletzt an der aufgebrachten und ausgestrahlten Geduld aus der aktiven Fanszene.

Diese Geduld ist nun jedoch ein für alle Mal am Ende! Wir fühlen uns mehr denn je in unserer Meinung bestärkt, dass mit der aktuellen Konstellation des Präsidiums und den dort getroffenen Entscheidungen kein langfristiger und kontinuierlicher Erfolg möglich ist. Der Erfolg misst sich nicht ausschließlich an einem Aufstieg in die zweite Bundesliga, sondern in erster Linie an Strukturen und Handlungen innerhalb des 1.FC Saarbrücken.

Ein Aufstieg in die zweite Bundesliga wäre zweifelsohne schön gewesen, viele Träume hätten sich erfüllt und ja, die Niederlage von Braunschweig schmerzt immer noch. Doch wenn wir die Lage nüchtern betrachten, wäre es höchstwahrscheinlich nur ein kurzer und kein gesunder Ausflug in die zweite Liga gewesen. Mit den aktuellen Vereinsstrukturen samt handelnder Personen wären wir in Schönheit gestorben, daran haben wir keine Zweifel.

Was uns in dieser Meinung so sicher sein lässt? Seit zweieinhalb Dekaden wird der FCS von Hartmut Ostermann, Dieter Weller und ihrer Entourage geführt. Seit 25 Jahren gibt es null Visionen, null Konzepte, null Professionalität und null Strukturen, dafür 100% Vetternwirtschaft, Misskommunikation und Intransparenz.

Wenn man sich unsere Stellungnahme aus der letzten Sommerpause zu Gemüte führt, hat sich quasi nichts verändert. Betrachten wir, welch fatalem Personal Hartmut Ostermann nach wie vor vertraut und Verantwortung überträgt, ist die Situation sogar an vielen Stellen schlimmer geworden.

…über das Präsidium:

Mit einem vom Verein Lichtjahre entfernten Präsidenten wird nie eine Vereinskultur entstehen, in der Entscheidungsprozesse sauber und transparent vonstattengehen. Wie auf der MV zu hören war, wird Hartmut Ostermann durch telefonische Updates über Sachverhalte im Verein auf dem Laufenden gehalten. Wir gehen stark davon aus, dass diese Informationen je nach Gesprächspartner (Weller, Ziehl, Pitino…) unterschiedlich ausfallen. Die gegensätzlichen Interessen der einzelnen Protagonisten führen immer wieder zu internen Machtkämpfen. Bestes Beispiel dafür ist die Posse rund um den Trainingscampus. Während Pitino Möglichkeiten an Galgendell und Sportfeld auslotet, schielen die anderen beiden Präsidiumsmitglieder auf die Option, irgendwann in Quierschied trainieren zu können. Klaus Meiser lässt grüßen! Auf der Strecke bleibt mal wieder das Wohl des FCS. Fakt ist, dass die aktuelle Lage am Sportfeld verheerend ist. Ein Rasen mit mehr Löchern als eine Kuhweide im Gau, ein NLZ samt Fitness- und Büroräumen in einer astreinen Containerlandschaft. Mit dieser Infrastruktur können wir nur schwer qualifizierte Trainer und Spieler für den FCS gewinnen. Hat Hartmut Ostermann das Thema Infrastruktur zur Chefsache gemacht, gab es jemals eine gemeinsame Haltung des Präsidiums, die nach außen vertreten wurde? Nein, sie gab es nicht, sie gibt es nicht und sie wird es auch niemals geben!

Darüber hinaus sehen wir einen Schatzmeister Dieter Weller, der durch sein unsympathisches und intransparentes Auftreten auf der diesjährigen MV einmal mehr gezeigt hat, warum ihn viele Menschen rund um den FCS nicht mehr in verantwortlicher Position sehen möchten. Öffentliche Diffamierungen von Bediensteten, ein katastrophaler Umgang mit Sponsoren, das Irreführen von Mitgliedern oder das plötzliche Entfallen der wichtigsten Zahlen und Beträge… Die Liste der Verfehlungen ist endlos.

Dass von Seiten des Präsidiums im Nachgang keine öffentliche und detaillierte Stellungnahme zu den bei der MV in den Fokus gerückten Themen (Marketingrechte, Darlehenskonstellation, Pokalmillionen, Unregelmäßigkeiten Pokalschalverkäufe) kam, ist bezeichnend für die seit eh und je grassierende Intransparenz. Vielmehr führen die unterschiedlichen Ausführungen unseres Schatzmeisters und die genannten Summen am Abend der MV zu Unmut und einer wachsenden Unglaubwürdigkeit. Wir fragen uns beispielsweise, wie man über ein Jahr nach Ende der Pokalreise noch rund 8.000,00€ an Spendengelder nachmelden kann.

Apropos MV: Auf die Wortbeiträge, Fragen und Anliegen seitens der Mitglieder wurde an dem Abend seitens Geschäftsführer Christian Seiffert immer wieder mit den Worten „Das Thema nehmen wir mit und arbeiten es auf“ geantwortet. Auf die Aufarbeitung und Antworten der gestellten Fragen warten wir bis heute vergeblich. Fakt ist, dass Christian Seiffert nicht mal ansatzweise an das von seinem Vorgänger David Fischer an den Tag gelegte Engagement herankommt.

Betrachten wir die Summe der Entscheidungen unseres Präsidiums, ergibt sich ein verheerendes Bild. Der Motor der Entscheidungen ist bis heute offensichtlich der Selbsterhaltungstrieb und eben nicht der Erfolg des Gesamtvereins.

Zu oft hat man gute Leute gehen lassen, zu oft wurde es verpasst Identifikationsfiguren im Verein zu integrieren oder – noch schlimmer – hat bereits im Verein tätige Vereinslegenden vergrault. Strategische und personelle Entscheidungen werden nicht von Profis getroffen, der Fokus liegt vielmehr darauf sich die vermeintlich unkomplizierteste Lösung zurecht zu schnitzen.

Hinzu kommt, dass insbesondere Hartmut Ostermann weiterhin an seiner Entourage festhält. Es wird seinerseits nicht reflektiert, in welches Bild der FCS gerückt wird, wenn ein im FCS-Umfeld (und nicht nur dort) vollkommen verbrannter Klaus Meiser Gespräche mit der Stadt führt. Eine Befugnis, Vollmacht oder ähnliches diese Gespräche für den Verein zu übernehmen gibt es offensichtlich nicht. Wir warten jedenfalls bis heute auf Antwort zu unserer Nachfrage vom 05. März 2025, welche Befugnisse Klaus Meiser übertragen wurden, um für den FCS zu verhandeln. Was Herr Meiser für Victors macht oder nicht macht, ist uns egal. Eine nicht offiziell für den Verein tätige Person hat dennoch nicht das Recht, Gespräche im Auftrag des Vereins zu führen. Es ist wenig verwunderlich, dass sich am Verhältnis Stadt und Verein nichts geändert hat, die Stadt bis heute nicht weiß, mit wem sie sich vereinsseitig ins Benehmen setzen kann und wer welche Entscheidungen im Verein trifft. Leidtragender auch hier einzig und alleine der FCS.

Milan Sasic ist ebenfalls in aller Regelmäßigkeit bei Spielen unseres Vereins zugegen. Auch mit ihm darf Hartmut Ostermann gerne befreundet sein. Nachdem dieser Mann unseren Verein aber einen Bärendienst erwiesen hat und verbrannte Erde ohne Ende hinterlassen hat, sind diese Beziehungen nicht öffentlich beim FCS zur Schau zu stellen. Das Ablichten von Präsidiumsmitgliedern (einträchtig) mit Milan Sasic im FC-Kontext führt jedenfalls zu dauerhaften Spekulationen, ob diese Person nicht weiterhin seine Finger im Spiel hat. Von dem, was wir hören, ist seine Meinung nach wie vor relevant für Hartmut Ostermann. Ein fataler und untragbarer Zustand.

…über die Personalsituation auf der Geschäftsstelle und im sonstigen Staff:

Alle neu installierten Personen, die wir in der letztjährigen Stellungnahme herausgestellt haben, sind mittlerweile wieder Geschichte. Kontinuität gibt es auch auf dieser Ebene keine. Hinzu kommt, dass mit den Leuten teilweise sogar menschlich unterirdisch umgegangen wird. Unmut und Querelen bis hin zu juristischen Auseinandersetzungen sind die Folge.

Des Weiteren wird verdienten Spielern und Menschen, die sich im Verein einbringen wollen, vor den Kopf gestoßen. Mike Frantz ist hier nur ein Beispiel. Es schmerzt, wenn diese Person durch das Handeln der Verantwortlichen in die Provinz getrieben wird und dort offensichtlich gute Arbeit leistet. Die nächste Personalie namens Sebastian Jacob steht schon in den Startlöchern. (Update: Als hätte man es geahnt konnte auch Sebi nicht im Verein integriert werden und widmet sich nun dem American Football. Ein Armutszeugnis für den FCS und seine Verantwortlichen.) Wir sind gespannt, wie es in einem Jahr mit Vereinslegende Manuel Zeitz aussieht.

Unserem geschätzten Torwarttrainer Hämmer wurde augenscheinlich die gleiche Wertschätzung – nämlich gar keine – entgegengebracht. Geht unser Präsidium so mit verdienten Menschen um, die sich Jahr um Jahr für unseren Verein aufgeopfert haben? Die interne und externe Kommunikation in diesem Verein ist weiterhin eine glatte Sechs.

Stellenausschreibungen finden mittlerweile zwar größtenteils öffentlich statt, jedoch geht man auch hier nicht sonderlich professionell vor. Bewerbungen für die Stellenausschreibung „Steuerfachangestellte (m/w/d)“ beim 1. FCS sollten direkt an das Steuerbüro von Dieter Weller gesendet werden, während bei allen anderen Stellen die Bewerbung an die dafür eingerichtete Mailadresse vom FCS geschickt werden sollte. Nicht nur, dass dies datenschutzrechtlich problematisch ist, es wirft auch die Frage auf, ob bei diesem Verfahren alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Wurden die besten Bewerbungen vielleicht gar nicht an den Verein weitergeleitet, sondern an das eigene Steuerbüro? Hat jeder vom Präsidium die komplette Auswahl zu Gesicht bekommen? Vorgänge wie diese steigern den Unmut stetig und führen sicherlich nicht zu einem gesteigerten Vertrauen gegenüber Dieter Weller.

…über die sportliche Abteilung:

Die Doppelfunktion von Trainager Rüdiger Ziehl wurde vier Spieltage vor Saisonende beendet. Hurra! Was bleibt ist eine Notbesetzung mit Alois Schwartz als Trainer, der in der Kürze der Zeit über die bekannten Kanäle aufgetrieben wurde. Eine Saison ist vergangen, in der wir es geschafft haben, nicht einen Jugendspieler hochzuziehen, und dass, obwohl Möglichkeiten und Anlass zuhauf gegeben waren. Durch den Aufstieg der zweiten Mannschaft ist immerhin ein wichtiger Schritt gelungen. Danke Sammer, danke Zelle, danke Heike und dem Team! Jugendspieler können nun wenigstens in der Saarlandliga Erfahrung sammeln, bevor sie ins kalte Wasser geschmissen werden. Doch auch dieser Weg ist steinig und nimmt Zeit in Anspruch. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an Hartmut Ostermann Spezi Milan Sasic, der seiner Zeit die zweite Mannschaft abgemeldet hatte.

Wir sind gespannt auf die Visionen von Schwartz. Wird jugendlichen Spielern zumindest eine Chance eingeräumt oder verjagen und demontieren wir die Spieler à la Jacopo Sardo? Die Geduld des Umfelds wäre mit Sicherheit eine andere, als wenn wie aktuell für viel Geld Spieler gekauft werden, von denen man nicht zu Unrecht erwartet, von Anfang an zu performen.

Die Trainerfrage ist für die nächste Saison voraussichtlich geklärt, wir machen ob der Personalie Schwartz sicher keine Luftsprünge, geben ihm aber wie allen Trainern in der Vergangenheit eine faire Chance. Doch wie steht es um die Aufgabenverteilung zwischen Manager Rüdiger Ziehl und Sportdirektor Jürgen Luginger? Bis heute fehlt ein klares Statement des Präsidiums, wer was übernimmt und wer für was bezahlt wird. Zur Erinnerung: Wir benötigten vor einiger Zeit und während der Saison plötzlich einen Manager Sport, nur um ihn kurze Zeit später zum Trainager zu machen und danach wieder zum Manager. Wo gibt es so etwas? Hinzu kommen im Fall von Rüdiger Ziehl menschliche Defizite im Umgang mit Angestellten des Vereins, so pfeifen es zumindest die Spatzen von den Container-Dächern. Einen Tag nach der Schmach von Aachen in KL aufzuwarten, bringt ihm im restlichen Vereinsumfeld und der Fangemeinde sicher auch keine Sympathiepunkte ein. Wir sehen ihn mittlerweile prädestiniert die Victors Phalanx rund um Meiser, Sasic, Pini und Co. zu verstärken, für den FCS sehen wir in seinem Engagement keinen entscheidenden Mehrwert.

…über den Aufsichtsrat:

Zu guter Letzt müssen wir auch den alle drei Jahre gewählten AR thematisieren. Unterschiedliche Kenntnisstände und Informationen lassen den Aufsichtsrat häufig nicht sonderlich gut aussehen, der Auftritt bei der diesjährigen MV ließ ebenso erahnen, welch tiefe Risse durch die Gremien gehen. Inwieweit die Kontrollfunktion seitens des AR ausgefüllt wird, können wir nur schwer beurteilen. Wir erwarten insbesondere von unserem Aufsichtsratsvorsitzenden Aron Zimmer, dass die Arbeit des AR den Mitgliedern transparent gemacht wird und etwaige Verfehlungen des Präsidiums (sollten sie dem AR bekannt sein) öffentlich gemacht werden.

Wir könnten problemlos weitere Seiten, wahrscheinlich Bücher füllen, noch mehr Themen aufmachen und mehr Beispiele für die schlechte Verfassung und Entwicklung unseres Vereines nennen. Doch das sparen wir uns an dieser Stelle. So bedingungslos auch zukünftig die Unterstützung der Equipe sein wird, so hartnäckig wird auch der Protest gegen diese Art der Führung sein.

Einen weiteren Forderungskatalog für die kommende Spielzeit sparen wir uns. Eine Forderung ist die Aufforderung zur Beschäftigung, zum Austausch. Dass dieser zumindest von Vereinsseite nicht ernsthaft gewollt ist, hat man eindrucksvoll in der letzten Saison auf der Mitgliederversammlung gesehen.

Die nächste Mitgliederversammlung findet in einigen Monaten statt und damit auch neue Aufsichtsratswahlen. Das ewige Präsidium um Präsident Hartmut Ostermann und Schattenpräsident Dieter Weller hat ausgedient, sie bringen uns keinen sportlichen Erfolg und noch fataler, sie schaffen keine Strukturen und keine Transparenz, sie verhindern sie. Es braucht daher einen Aufsichtsrat, der ein neues Präsidium bestellt. Nicht mehr und nicht weniger! Von allen Bewerbern erwarten wir klare Kante, ob sie das Präsidium bestätigen werden oder nicht. Wir werden weiter unsere Hausaufgaben machen und die Vereinsführung mit der unbequemen Wahrheit konfrontieren.

Blau-schwarze Grüße | Virage Est Saarbrücken

Virage Est Saarbrücken zum Vereinsgeschehen im Mai 2024

„Ohne den FC wär’s längst um uns gescheh‘n!“

Trotz regelmäßig wiederkehrender Tiefschläge beschreibt diese Liedzeile nur zu gut, welche Bedeutung Blau-Schwarz in den Köpfen der meisten Menschen hat, die dem ewig schlafenden Riesen die Treue halten. Dass dieser Riese immer häufiger aus dem (Halb)Schlaf gerissen wird, liegt seit Rückkehr in den Ludwigspark neben guten Kickern auch an einer stimmungsvollen Virage Est, die häufig in der Lage war Stadion und Mannschaft derart mitzureißen, dass Punkte in Saarbrücken blieben, die eigentlich schon verloren schienen. Der massive Mitglieder- und Zuschauerzuwachs geht selbstverständlich einher mit den (Pokal)Erfolgen der abgelaufenen Saison – dass an einem Sonntagabend 11.500 Zuschauer zum sportlich bedeutungslosen Kick gegen Freiburg 2 kommen, liegt aber gewiss nicht an blauschwarzem Tiki-Taka auf dem Platz; sondern viel eher an der begeisternden Atmosphäre im Park – egal ob auf den Stehplätzen oder der Tribüne. Man ist wieder stolz auf den FCS, nicht nur im Stadion, die gesamte Stadt fängt an die Liebe zu ihrem Verein wieder zu entdecken. Neben dem offensichtlichen „Tun“ der Kurve im Park sind es auch die vielfältigen Aktionen der Fans abseits des Stadions, die diese Entwicklung fördern. Große Feste – egal ob Weihnachtsmarkt oder die Feier zum 120. Vereinsjubiläum, soziales Engagement, das Einstehen für ein vielfältiges Stadionerlebnis, bei dem sich alle Menschen willkommen fühlen und Diskriminierung jedweder Art keinen Platz hat – all dies führt wieder zu mehr Sympathie für unseren FC. Also eigentlich alles in Butter beim 1. FCS?

Leider weit gefehlt, denn richten wir den Blick auf die Strukturen des Vereins, der – oh Wunder – weiterhin durch das Ostermann‘sche System der letzten 25 Jahre geprägt ist, so könnten wir auch titeln: „Ohne uns wär’s längst um den FC gescheh‘n.“ Da Übermut jedoch nie Markenzeichen der aktiven Fanszene war und wir dankbar über jeden Aufstieg wären (und sei er noch so knapp!), machen wir uns nicht größer als wir sind – ein mundtoter Stimmungsdienstleister wird die Kurve aber gewiss nie sein. Für drastische Protestformen wie in früheren Jahren gibt es derzeit keine offensichtlichen Gründe, unter dem Glanz dieser größtenteils berauschenden Pokalsaison und einer im positiven Sinne tobenden Fanszene versteckt sich allerdings nach wie vor jede Menge Rost, den wir auch im Jahr 2024 nicht bereit sind totzuschweigen. Wir sprechen mit dieser Stellungnahme eine eindringliche Warnung an Präsidium und andere Verantwortungsträger im Verein aus, die Forderungen und Bedenken der aktiven Fanszene ernst zu nehmen, möchte man drastischere Unmutsbekundungen aus der Kurve in der nächsten Saison verhindern!

Peter Müller geht, die grundlegenden Probleme bleiben

Erfreulich ist, dass nach den kaum überhörbaren Forderungen der letzten Wochen, Peter Müller als Pressesprecher endlich abzulösen, dieser nun tatsächlich seinen Posten räumt. Ein Wechsel auf dieser Position war bereits lange überfällig – und das auch schon vor seinen Äußerungen rund um das Derby. Seine Person bleibt trotzdem nur ein Symptom einer aus der Zeit gefallenen Vereinsstruktur, mit der nachhaltiger Erfolg zur Herkulesaufgabe wird. Unter der Regentschaft von Hartmut Ostermann und „Schabenpräsident“ Dieter Weller wurden nicht nur unzählige Trainer, Spieler und Verantwortliche jedweder Couleur verschlissen, viel schädlicher für den FCS ist doch, dass trotz millionenfacher Aufwendungen NIE professionelle Strukturen samt kompetentem Personaltableau geschaffen wurden. Welche Früchte man durch vernünftige Vereinspolitik ernten kann, sehen wir bei vielen Vereinen aus Liga 1 und 2, mit denen wir sportlich lange auf Augenhöhe waren. Ein Verein, der im mittlerweile dritten Jahrzehnt hintereinander im personifizierten Abhängigkeitsverhältnis zu Hartmut Ostermann und seiner Victor’s-Gruppe steht und aus diesem kapitalen Fehler nicht lernt, wird selbst mit einer derart wuchtigen Fanbase nie in der Lage sein alle Potenziale auszuschöpfen. Warum? Weil sich alle ansatzweisen positiven Entwicklungen nie so entfalten können, wie es bei einer Vereinsstruktur der Fall wäre, in der Professionalisierung mit Traditionsbewusstsein sowie Fan- und Mitgliederinteressen vereint werden. Beispiele: Wir sehen insbesondere seit dem Amtsantritt von Salvo Pitino, dass der Verein umtriebiger geworden ist, sei es in puncto gesellschaftlichem Engagement, auf sozialen Medien oder mit vereinzelten Marketingaktionen, die hier und da zwar gewiss noch Luft nach oben lassen oder sogar in den Sand gesetzt werden, im Gegensatz zu früher passiert aber überhaupt mal etwas in dieser Hinsicht. Und damit ist der Teufel auch schon begraben: Mit „es passiert überhaupt mal irgendwas“ kann sich ein Verein unseres Kalibers nicht zufriedengeben!

Stillstand statt Professionalisierung und Fortschritt

Wir erkennen an, dass neue Leute installiert wurden (Wollny, Lui, Schmehr…), diese Personen allerdings auf keinen Stellen mit hoher Verantwortung sitzen – und dazu größtenteils ohne öffentliche Stellenausschreibung installiert wurden. Der Verlust von David Fischer konnte hingegen erwartungsgemäß nicht kompensiert werden. Christian Seiffert, ursprünglich mal als „Stadionexperte“ ins Boot geholt, ist häufiger auf Tauchstation als unser Park. Er ist kein Mann des Volkes, hat keine Bindung in die Fanszene und erscheint häufig nur bedingt kompetent. Dies bestätigen leider auch unsere Gespräche mit ihm, in denen er häufig eindimensional wirkte und dachte. Dieter Weller wiederum dreht weiter jede Münze um, bekleckert sich in seinen öffentlichen Auftritten mit allem außer Ruhm und steht für stetige Stagnation. Kurzum: Weller ist seit geraumer Zeit untragbar und steht weder für Professionalisierung noch für Fortschritt. Hartmut Ostermann scheint dafür immerhin Salvo Pitino in vielen Dinge freie Hand zu lassen, der wiederum Schwierigkeiten hat, daraus konkrete Ergebnisse sichtbar zu machen. Sein Amtsantritt war geprägt vom Theater um den Profi-Campus, den wir im Übrigen grundsätzlich für sinnvoll und wichtig halten, sollte das Vorhaben nicht durch etwaige Verbindungen zur AFD überschattet werden. Seitdem scheint er aber durchaus gewillt zu sein die Themengebiete anzugehen, die unter Ostermann und Weller nie Priorität haben: Außendarstellung samt professioneller Kommunikation sowie Transparenz. Konkret sind damit Dinge wie unser Fan- und Onlineshop gemeint, das Vereinsmarketing, die Mitgliederpartizipation – eben die gesamte öffentliche Palette. Unser Eindruck bleibt jedoch, dass insbesondere mit Personen wie Dieter Weller oder Christian Seiffert (und eben in der Vergangenheit auch Peter Müller) nie die Professionalisierung einsetzt(e), die geboten wäre und die auch Salvo Pitino anzustreben scheint. Gleichzeitig wird für uns immer wieder deutlich, dass die vereinsinterne Kommunikation mangelhaft und unprofessionell bleibt. Hartmut Ostermann ist mehr denn je in der Pflicht, einen sauberen Übergang nach dem Ende seiner Präsidentschaft anzustoßen – so wie unser Aufsichtsrat in der Pflicht steht, ihn regelmäßig daran zu erinnern. Wir erwarten diesbezüglich frühzeitige und volle Transparenz, auch was die Position des Schatzmeisters angeht.

Auch sportlich auf unsicheren Beinen

Die gleiche Transparenz erwarten wir hinsichtlich der Verwendung der Pokalmillionen. Diese werden allen Anschein nach nicht in Steine oder Strukturen, sondern in Beine investiert. Der Aufstieg muss im nächsten Jahr das erklärte Ziel sein, ja natürlich, mit heißer Nadel ist dieser Plan in Anbetracht der aktuellen Strukturen – und zwar auch der sportlichen – aber durchaus gestrickt. Seit dem Ausscheiden von Dieter Ferner verfügen wir über keinerlei sportliche Kompetenz im Präsidium. Und trotz gegenteiliger Bekundungen können wir nicht erkennen, welche Kompetenzen Jürgen Luginger auf sportlicher Ebene überhaupt noch hat. Es scheint vielmehr so, dass die gesamte sportliche Verantwortung bei einer Person, nämlich Rüdiger Ziehl, vereint ist. Vor einer derart wichtigen Saison mit einem notorisch nervösen Umfeld bleibt dies wie weiterhin ein enormes Risiko. Wir beurteilen an dieser Stelle nicht die fachliche Eignung von Ziehl und halten uns als Kurve zu sportlichen Themen generell zurück, wir stellen aber fest, dass seine Person und vor allen Dingen seine Art zu kommunizieren nicht nur Freunde hat. Ziehl ist kein Sasic, trotzdem macht die Doppelfunktion deutlich, dass Präsident und Schatzmeister nichts aus der Vergangenheit gelernt haben. Wichtig wäre gewesen, im besten Fall einen jungen, hungrigen und emotionalen Trainer zu verpflichten. Hier ist das Präsidium aber offensichtlich seit Monaten nicht gewillt, mit Nachdruck aktiv zu werden oder eben Ziehl anzuweisen in diese Richtung zu agieren. Wir haben die Winterpause, die gesamte Rückrunde und hätten nun auch noch die nächsten Wochen gehabt, um in Sachen Trainer aktiv zu werden. Aber Untätigkeit bleibt eben das oberste Gebot in der oben benannten Vereinspolitik und macht natürlich auch vor dem sportlichen Geschehen keinen Halt.

Faninteressen sind maximal eine Randnotiz

Es beginnt bereits bei den einfachsten, an anderen Standorten selbstverständlichen Dingen wie beispielweise der Schaffung von Lagermöglichkeiten für die Kurve im Stadion. Ein Anliegen, das dem Verein bereits lange bekannt ist, jedoch bis heute stagniert obwohl mit dem alten, ungenutzten Toilettenhäuschen über der Kurve bereits ein „Räumchen“ zur Verfügung stehen würde. Für den Hauptsponsor ist der Verein hingegen flexibel in der Lage, die nicht ausgebauten Flächen der Binkert-Tribüne mit riesigen Werbebannern zu versehen. Dass dies ohne jeden Sinn für das Stadion- und Tribünenbild geschah, versteht sich von selbst. Ein weiteres Beispiel: Entgegen der Praxis in vielen anderen neuen Stadien ist es im Ludwigspark nicht möglich, sich im Stadionumlauf frei zu bewegen. So ist für Stadionbesucher mit Tribünenplätzen beispielsweise der Stadionfanshop oberhalb der Virage Est nicht zugänglich, ein Austausch zwischen Leuten aus verschiedenen Stadionbereichen ist unmöglich. Hier sei die Forderung aus der Mitgliedschaft wiederholt, dass der Verein diesen Zustand verbessern soll. Generell bleiben Transparenz und Mitgliederpartizipation jedoch an zu vielen Stellen immer wieder auf der Strecke, die Distanz zwischen Vereinsführung und Basis ist unverändert groß. Ändern könnten sich diese Dinge durch einen ehrlichen und nachhaltigen Einsatz für die Belange der Stadionbesucher, das Gegenteil ist jedoch der Fall: So waren auf der letzten Mitgliederversammlung zahlreiche Stimmen zu hören, die ihre Kritik am oftmals absurden Polizeikonzept zum Ausdruck brachten und vom Verein forderten, sich für ein angemesseneres Auftreten der Polizei einzusetzen. Abgesehen von der Initiierung einer Gesprächsrunde mit Vereinsmitgliedern und Polizeivertretern blieb dieser Einsatz erwartungsgemäß aus und auch besagter Dialog versprach nur wenige Verbesserungen. Verkehrs-, Sperrungs-, Überwachungs- und damit das allgemeine Sicherheitskonzept bleiben weiterhin überdimensioniert und für Anwohner wie Stadionbesucher lästige Schikane. Hinsichtlich der ebenfalls seit jeher bekannten und im alten Ludwigspark lange Jahre erfolgreich praktizierten Forderung der Kurve, dass sich keine Polizeieinheiten in eben jener aufzuhalten haben, gab es lediglich die Zusage, dass dies bei Nicht-Risikospielen künftig ausbleiben solle.

Die totgeschwiegene Einlasssituation vor dem Kaiserslautern-Spiel

Wie es hingegen bei sogenannten Risikospielen aussehen kann, wenn die Polizei am Einlass der Kurve für Sicherheit und Ordnung sorgen will, erlebten viele von uns auf dramatische Weise vor dem Spiel gegen Kaiserslautern. Bevor wir hierzu ins Detail gehen, nochmal ein kurzer Blick zurück auf das generelle Thema „Einlasssituation“, das insbesondere bei den Pokalspielen große Fragezeichen aufgeworfen hat. So bleibt schleierhaft, wieso der Verein gerade bei diesen Spielen mit erwartungsgemäß hohem Andrang nur einen Teil der vorgesehenen Eingänge nutzt, diese Tore dazu nur halb geöffnet werden und ausgerechnet der zentrale Einlass auch noch zusätzlich mit Gittern verengt wird. Dass dies zu einer angespannten Einlasssituation mit starkem Druck an den verengten Stellen führt, wurde nicht nur bereits gegen Gladbach, sondern auch bei Ligaspielen mehr als deutlich. Noch unverständlicher ist für uns, warum der Verein – obwohl mehrfach und auf verschiedenen Wegen auf diese Problematik hingewiesen – an diesem offensichtlich nicht funktionierenden Konzept dennoch auch für das Spiel gegen den FCK festhielt. Die nach gleichzeitiger Ankunft tausender Fans dann eigentlich vorhersehbare Konsequenz: Enormer Druck, Panikzustände, zahlreiche Verletzungen aufgrund von Quetschungen und obendrein sogar Kinder, die über Zäune gereicht werden mussten, um sie aus der hochgefährlichen Situation zu retten. Es war eine „Fast-Katastrophe“ mit Ansage, bei der nur durch das besonnene Verhalten vieler FC-Fans nicht noch Schlimmeres passiert ist.

Dann doch nochmal für eine weitere Eskalation zu sorgen, machte sich aber scheinbar das am Einlass positionierte USK der bayrischen Polizei zur Aufgabe. Warum sich eine USK-Einheit aus Bayern (!) überhaupt im Umlauf der Kurve aufhielt, wirft Fragen auf. Nicht nur trug dies offensichtlich nicht zur Sicherheit und Entspannung am Einlass bei, sondern verschärfte die Situation durch die zahlenmäßig hohe Präsenz der Polizeibeamten weiter. Und als Menschen aufgrund des hohen Drucks irgendwann unkontrolliert in Richtung Stadioninnerem gespült wurden, fackelte die Spezialeinheit aus Bayern nicht lange, sondern prügelte von allen Seiten wahllos in die Menge aus Jung und Alt, Männern, Frauen und Kindern. Noch größere Panik entstand dadurch und zu den Verletzungen aufgrund der allgemeinen Drucksituation kamen nun auch noch Knochenbrüche, Prellungen, Platzwunden und schwere Reizungen der Augen durch den exzessiven Einsatz von Pfefferspray als Folge des Polizeieinsatzes hinzu.

Und die Vereinsverantwortlichen? Diese glänzten hierbei sowohl währenddessen, als auch im Nachgang vor allem durch Untätigkeit und Intransparenz. Mehrfach auf die gefährliche Einlasssituation und die drohende Eskalation durch das USK im Einlassbereich hingewiesen, sahen diese nur tatenlos zu, wie das ihnen prognostizierte Szenario seinen Lauf nahm. Und während in den Tagen danach nicht nur Presse und Polizei kein Wort zu den Geschehnissen verloren, hat es auch der Verein seit mittlerweile knapp zwei Monaten nicht geschafft, zu den Vorkommnissen Stellung zu beziehen, geschweige denn diese angemessen aufzuarbeiten. Und das erneut trotz mehrfacher Aufforderungen von Betroffenen und anderslautender Versprechungen. Weiterhin ist unklar, wieso sich der Verein dazu entschied, den Einlass so zu organisieren. Auch ist erstaunlich, wieso der Verein nicht in der Lage war, auf die sich abzeichnende Gefahr zu reagieren. Und weiterhin ist rätselhaft, wer es zu verantworten hat, dass das USK überhaupt im Einlassbereich positioniert war. Wir fordern an dieser Stelle erneut mit Nachdruck, dass diese Aufarbeitung nun endlich umfassend angegangen werden muss und die Ergebnisse dessen transparent öffentlich gemacht werden. Außerdem wiederholen wir unsere Forderung, dass die Polizei grundsätzlich nichts im Bereich der Kurve zu suchen hat und erwarten vom Verein, sich dafür einzusetzen. Der Verein hat das Hausrecht im Ludwigspark, es ist überfällig, dass er dafür einsteht und dies auch gegenüber der Polizei offensiv vertritt!

Tatenlosigkeit selbst in Sachen Stadionchaos

Dass Schweigen und Untätigkeit der Vereinsführung nicht nur das Wohl seiner Fans und Mitglieder, sondern auch das gesamte Vereinswohl gefährdet, zeigt ein letztes Beispiel aus der vergangenen Saison. Bei allem Versagen der Stadt Saarbrücken in Sachen Ludwigspark, ist es trotzdem auch schlicht beschämend mit wie wenig Nachdruck sich der Verein für eine sofortige Verbesserung des absoluten Stadionchaos eingesetzt hat. Natürlich kann es sein, dass der Verein auf Grund anderer Abhängigkeiten (Sportfeld, Campus) den Bogen nicht überspannt, hier aber Spielabsagen und drohendes Ausweichen ins Exil weitestgehend kommentarlos stehen zu lassen ist dennoch beschämend. Auch andere essenzielle Stadionthemen geht der Verein, wenn überhaupt, nur stiefmütterlich an: Zum Status der für höhere Ligen notwendigen weiteren Baumaßnahmen hüllt man sich in Schweigen, zudem ist es überdeutlich, dass wir im Park mehr Stehplätze benötigen. Die Stehplatzkapazität der Virage Est reicht hinten und vorne nicht aus, warum der Unterrang der Herbert- Binkert Tribüne oder der A-Block nicht zu Stehplätzen umfunktioniert werden, ist unklar. Wie sehen die Initiativen des Vereins aus, diesen Zustand zu verbessern? Oder fabuliert man dort nur über Logen, die irgendwann auch noch auf die Binkert-Tribüne geklatscht werden sollen? All dies war auch bereits auf der vergangenen Mitgliederversammlung im Dezember 2023 ein häufig angebrachter Kritikpunkt seitens der Mitgliedschaft. In der Zwischenzeit spitzte sich das Chaos nochmals weiter zu, das Verhalten des Vereins blieb hingegen unverändert. Mit einer akustisch und optisch beeindruckenden Kurve wird gerne für das Image des Vereins geworben, weiß mittlerweile auch der Letzte um die Strahlkraft einer tobenden Virage samt ihren Aktionen. Ernstgemeinter Einsatz für Fan- und Mitgliederinteressen, der eigentlich folgerichtig sein müsste, sucht man auf Seiten des Vereins allerdings nach wie vor in weiten Teilen vergeblich.

Die Umkehr der gesamten Vereinskultur bleibt also auch im Jahr 2024 die größte Herausforderung des 1. FC Saarbrücken, denn bei allen Personalrochaden der letzten Jahre und Jahrzehnten hat sich am Grundübel unseres Vereins – dass der Fisch vom Kopf her stinkt – nichts verändert.

Virage Est Saarbrücken