Wir zahlen nicht für euren Sicherheitswahn – Fans und Vereine: Wehren wir uns!

Stellungnahme der Fanhilfe Saarbrücken:
Wir zahlen nicht für euren Sicherheitswahn –
Fans und Vereine: Wehren wir uns!

Weitaus früher als es uns lieb gewesen wäre, müssen wir uns als Fanhilfe Saarbrücken an diesem Wochenende bereits mit einer ersten größeren Stellungnahme zu Wort melden. Und ohne das Ganze künstlich aufbauschen zu wollen: Der Anlass dafür könnte für unseren 1. FC Saarbrücken e. V. und den saarländischen Profifußball im Allgemeinen drastische Auswirkungen haben.

Um die Kinder direkt beim Namen zu nennen, sprechen wir im Wesentlichen von zwei Punkten: Im Zuge einer neuen Gesetzesinitiative, über die bereits in der kommenden Woche im Landtag beraten werden soll, will das saarländische Innenministerium zum einen die rechtlichen Voraussetzungen für die Umlegung von Polizeikosten auf Vereine schaffen. Zum anderen soll die Polizei im Rahmen einer erneuten Verschärfung des saarländischen Polizeigesetzes mit teils weitreichenden neuen Befugnissen ausgestattet werden, die auch und gerade für Fußballfans Anwendung finden könnten.

Erweiterte Befugnisse für einen ohnehin bereits maßlos hochgerüsteten Polizeiapparat

Führt man sich das Handeln der saarländischen Polizei nicht zuletzt anhand der allwöchentlichen Szenerien rund um Spiele im Saarbrücker Ludwigspark vor Augen, so erschließt sich wohl kaum jemandem, warum diese Institution nun sogar noch weitere Spielräume erhalten soll. Regelmäßig erleben wir bereits heute eine völlig wahllos agierende, nicht selten martialisch auftretende und rundum aufgerüstete Staatsmacht. Und dennoch bemüht man im Innenministerium dieser Tage mal wieder die üblichen Narrative „neuer Bedrohungslagen“, „technischer Entwicklungen“ und „polizeilicher Praxiserfahrungen“ und will so in verschiedenen Bereichen polizeiliche Befugnisse nochmals erweitern. So sollen künftig unter anderem die Möglichkeiten der Drohnenüberwachung ausgeweitet, der Einsatz von KI zur automatisierten Datenauswertung erlaubt und eine Meldepflicht für nach Einschätzung der Polizei potenzielle Straftäter eingeführt werden. Welche tatsächlichen Bedrohungen solche Maßnahmen gerade im beschaulichen Saarland erfordern, wird wohl das Geheimnis der Landesregierung bleiben.

Statt beispielsweise durch die Einführung einer Kennzeichnungspflicht oder unabhängiger Beschwerdestellen endlich eine stärkere gesellschaftliche Kontrolle über das polizeiliche Handeln zu ermöglichen, öffnet das Innenministerium mit den neuen Maßnahmen Tür und Tor für eine noch willkürlichere und repressivere Polizeiarbeit. Davon, wie diese bereits heute regelmäßig aussieht, können gerade Fußballfans, genauso aber auch Saarbrücker Anwohnerinnen und Passanten bekanntermaßen mehr als nur ein Lied singen. Und auch bei den neuen Maßnahmen ist konkret zu befürchten, dass diese wie so viele zuvor, eher früher als später zunächst an Stadionbesuchern erprobt werden: noch mehr Drohnen am Himmel über dem Saarbrücker Ludwigspark, KI-gestützte Auswertung von Überwachungskameras oder eben gleich die präventive Verhängung einer Meldepflicht für unliebsame Fans, denen der Stadionbesuch damit gleich mit verwehrt wird.

Es zeigt sich erneut: Statt dem ohnehin bereits häufig völlig absurden Treiben der saarländischen Polizei endlich Einhalt zu gebieten und zumindest zurück zu einem halbwegs verhältnismäßigen „Normalzustand“ zu kommen, scheint die pauschale Kriminalisierung und Überwachung von Bürgerinnen und Bürgern politisch mittlerweile selbst von einer sozialdemokratischen Landesregierung gewollt zu sein. Dass all diese Verschärfungen nicht zuletzt von der Polizei selbst gefordert und nun auch von ihrer Aufsichtsbehörde erhört werden, zeigt die ganze Klüngelei hinter diesem politischen Prozess. Unter derselben Decke steckend wird geplant und umgesetzt, während eine unabhängige und objektive Bewertung von außen Wunschdenken bleibt.

Wir tragen nicht die Kosten für ihren Sicherheitswahn!

Ist das polizeiliche Schauspiel rund um Fußballspiele im Saarland eigentlich bereits in vielerlei Hinsicht absurd genug, soll dem Ganzen nun endgültig die Krone aufgesetzt werden: Fans und Vereine sollen diesen Irrsinn nicht nur wöchentlich über sich ergehen lassen müssen, sondern ihn künftig auch noch selbst finanzieren. Schon im Januar 2025, nachdem das Bundesverfassungsgericht entschieden hatte, dass im Rahmen von Veranstaltungen (überwiegend Fußballspiele) anfallende Kosten für Polizeieinsätze nach Bremer Vorbild an Vereine weitergegeben werden dürfen, kündigte der saarländische Innenminister Reinhold Jost schnell an, dass diese Praxis auch in unserem Bundesland Schule machen könnte. Nun soll also im Eiltempo noch in dieser Legislaturperiode der gesetzliche Rahmen für eine solche Kostenumlage geschaffen werden – für eine wirkliche Einbeziehung der saarländischen Vereine in das Verfahren war nach unserem Kenntnisstand bis dato keine Zeit (oder eben kein Interesse) gegeben.

Und dabei ist die angestrebte Praxis wirklich eine einzige Farce: Die Polizei entscheidet künftig weiterhin vollkommen eigenständig über die Risikoeinstufung von Fußballspielen – wie realitätsfern hier vorgegangen wird, haben wir gerade in Saarbrücken in den vergangenen Jahren häufig erleben dürfen – und dementsprechend über die Zahl eingesetzter Einsatzkräfte. Eine unabhängige Kontrolle dieses Verfahrens ist genau wie ein Mitspracherecht der Vereine nicht vorgesehen, am Ende des Tages sollen diese aber die Rechnung zahlen. Selbst konservativ geschätzt müssen wir unseren Informationen nach bei Risikospielen von einem hohen fünfstelligen bis niedrigen sechsstelligen Betrag ausgehen, der Gesetzesentwurf ist gerade für Traditionsvereine wie den 1. FC Saarbrücken e. V. somit schlicht existenzgefährdend!

Wie der DFB in dieser Woche bereits ankündigte, werden die Kosten in jedem Fall von den betroffenen Klubs getragen werden müssen und die Erfahrung aus Bremen zeigt, dass den Vereinen zur Wahrung ihrer (wirtschaftlichen) Wettbewerbsfähigkeit dann wiederum mutmaßlich keine andere Wahl bleiben wird, als das Ganze über eine Erhöhung der Ticketpreise an die Stadiongänger weiterzugeben. Die Folge: Der Stadionbesuch, welcher jedes Wochenende verschiedenste soziale Schichten zusammenkommen lässt, eine für unzählige Menschen starke Identifikation auch und gerade mit Stadt und Region schafft und ein gleichermaßen populäres wie wichtiges Kulturgut darstellt, wird deutlich teurer und für einen Teil des Stadionpublikums wohl kaum mehr bezahlbar. Wir fragen uns allen Ernstes, wie eine solche Politik im Sinne einer vermeintlich sozialdemokratischen Landesregierung sein kann – gerade im politischen Klima dieser Tage.

Lassen wir uns nicht spalten – wehren wir uns gemeinsam!

Beifall für das Gesetzespaket kommt indes von Polizeigewerkschaften und „Law and Order“-Fanatikern aus Politik und Medien. Auf populistischste Weise wird erneut versucht Fußballfans und -vereine gegen (den restlichen Teil der) Steuerzahler auszuspielen. Der immer weiter ausufernde Sicherheitswahn sowie der bundesweit voranschreitende autoritäre Staatsumbau, in den sich auch die generellen Verschärfungen des saarländischen Polizeigesetz einreihen, richten sich jedoch nicht nur gegen die Interessen von Fußballfans, sondern betreffen auch heute schon verschiedenste weitere gesellschaftliche Gruppen. Weisen wir die gegenseitigen Stigmatisierungen zurück und wehren wir uns gemeinsam gegen diese spalterische Politik!

In gleicher Weise sprechen wir uns als Fanhilfe Saarbrücken auch klar gegen den Versuch aus, einen Keil zwischen Vereine und Fans zu treiben und die jeweiligen Fangemeinden als solche zu spalten. Wir sind davon überzeugt, dass Fans und Vereine auch diesen Versuch ins Leere laufen lassen werden und ihn im Gegenteil mit nur noch stärkerem Zusammenhalt und fanschichten- sowie tribünenübergreifender Solidarität beantworten werden. Für uns gibt es keine besseren oder schlechteren Fans und erst recht lassen wir uns dies nicht von irgendwelchen Innenpolitikern einreden. Denn wir alle sind der 1. FC Saarbrücken e. V.!

Unsere Botschaft an die saarländische Landesregierung und die SPD-Landtagsfraktion ist klar: Der 1. FC Saarbrücken e. V. sowie der absolute Großteil seiner Mitglieder, Fans und Sympathisanten lehnen diesen Gesetzesentwurf entschieden ab. Hand in Hand werden wir uns in den nächsten Wochen weiter entschlossen dagegen auflehnen und den Widerstand gegen den staatlichen Sicherheitswahn weiter organisieren.

Fans und Vereine: Wehren wir uns!

Fanhilfe Saarbrücken am 11. September 2026

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„Der VAR raubt uns die Freude am Fußball“

Mit Beginn der Bundesligasaison 2017/2018 wurde der Video Assistant Referee im deutschen Fußball mit dem Ziel eingeführt, klare und offensichtliche Fehlentscheidungen zu korrigieren und den Fußball gerechter zu machen. Selbst Fans, die der Neuerung anfangs noch offen und positiv gegenüberstanden, konstatieren nach mittlerweile 9 Jahren, dass der VAR den Charakter des Spiels grundlegend verändert hat.

Während der Fußball von Intensität und Rhythmus lebt, leidet der Spielfluss erheblich unter den sich in die Länge ziehenden Unterbrechungen. Wir müssen ebenfalls schmerzlich feststellen, dass er den emotionalsten Moment des Spiels zerstört hat. Statt spontaner Freude bei einem Tor herrscht Unsicherheit ob einer möglichen Überprüfung. Dabei bleiben Entscheidungen aufgrund unterschiedlicher Eingriffsschwellen, uneinheitlichen Auslegungen oder menschlichen Fehlern weiterhin umstritten. Die Hoffnung bei Einführung auf eine objektive Gerechtigkeit hat sich nicht erfüllt, vielmehr schafft der Videoassistent neue Ungerechtigkeiten.

Die These, es gäbe mit dem VAR weniger Diskussionen über Schiedsrichterentscheidungen, stellte sich als Trugschluss heraus. Es gibt jetzt noch mehr. Trotz einer Vielzahl an Reparatur- und Optimierungsversuchen wird der Videoassistent mittlerweile von einem Großteil der Fußballfans abgelehnt und trifft im Stadion auf immer mehr Wut und Unverständnis. Dass der Fußball nie fehlerfrei war und es auch nicht sein muss, ist eine Erkenntnis, die wir in den letzten Jahren gewonnen haben. Wir möchten die objektiv messbaren Erfolge des VAR dabei nicht in Abrede stellen. Wir möchten vielmehr darauf aufmerksam machen, dass der Preis für den objektiven Nutzen zu hoch ist. Einen Preis, den wir nicht länger bereit sind zu bezahlen.

In der nun startenden ersten Pokalrunde sehen wir den Fußball, wie er sein sollte: ohne VAR und damit authentisch, unmittelbar und voller Emotionen. Zu diesem Zustand möchten wir dauerhaft zurückkehren und fordern deshalb die Abschaffung des Video Assistant Referee im deutschen Fußball.

Wir möchten die Freude am Fußball zurück!

Virage Est Saarbrücken

„Ein getragener Verein“: Virage Est Saarbrücken zum Vereinsgeschehen im August 2026

„Ein getragener Verein“ – ein Slogan, der in seiner Mehrdeutigkeit kaum passender beschreiben könnte, wie wir und auch viele weitere Fans und Mitglieder derzeit auf unseren 1. FC Saarbrücken e.V. blicken. Besonders zutreffend erscheinen diese Worte natürlich angesichts der euphorisierenden ersten beiden Spiele der neuen Saison und umso leichter gehen damit auch die folgenden Zeilen von der Hand. Denn mit ein wenig Verspätung wollen wir als Virage Est wie auch schon in den vergangenen Sommern heute unsere Sicht auf die aktuellen vereinspolitischen Vorgänge darlegen. Durch uns alle erkämpft, können wir uns auch unabhängig des erfolgreichen Saisonstarts im Vergleich zu den Vorjahren mit dieser Stellungnahme unter gänzlich veränderten Umständen zu Wort melden…


Ein kurzer Blick zurück

Bereits im Sommer 2025 war absehbar, dass sich die vereinsinternen Grabenkämpfe mit Blick auf die im Winter anstehenden Gremienwahlen weiter zuspitzen. Wieder folgte ein Skandal auf den nächsten, wieder bahnten sich zunehmend Schlammschlachten an, wieder drohte alles nach den altbekannten Mustern zu verlaufen. Wie die von uns sowie auch vielen weiteren Menschen im Umkreis des Vereins dringend geforderte und für absolut notwendig erachtete Neuaufstellung der Vereinsführung gelingen könnte, schien unklar. Doch selbst im günstigsten Fall eines solchen personellen Wechsels, wären die grundlegenden Vereinsstrukturen zunächst unverändert geblieben. Der 1. FC Saarbrücken hätte sich weiter in seinem längst veralteten und gänzlich verkrusteten System bewegt, das längst nicht mehr den Anforderungen eines modernen Mitgliedervereins entsprach.

Nach monatelanger Vorbereitung, zahllosen Gesprächen und intensiver Abwägung haben wir uns als Virage Est Saarbrücken deshalb vor ziemlich genau einem Jahr dazu entschlossen, mit „Zukunft Blau-Schwarz“ eine – bei aller Bescheidenheit – für unseren FC bisher beispiellose vereinspolitische Kampagne ins Leben zu rufen. Das vordergründige Ziel war dabei nicht der bloße Austausch einzelner Funktionsträger, sondern die ganz grundlegende Erneuerung unseres Vereins. Was in den folgenden Wochen und Monaten geschah, muss an dieser Stelle kaum noch einmal im Detail erzählt werden. Wir blicken auf eine intensive, emotionale und teilweise kräftezehrende Zeit zurück, in der unzählige Mitglieder Verantwortung übernommen und für ihren Verein gekämpft haben. Am Ende stand ein historischer Mitgliederentscheid: eine neue Satzung; eine grundlegend modernisierte Vereinsstruktur; ein Leitbild, das Identität und eine neue Vereinskultur festschreibt; und seit dem Jahreswechsel dann auch zahlreiche neue Verantwortliche, die den klar formulierten Mitgliederwillen nun mit Leben füllen sollen.

Dieser Erfolg kann nach Jahrzehnten voll Stillstand, Chaos, Tristesse, Skandalen und einem immer wiederkehrenden Teufelskreis aus personellen, strukturellen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten gar nicht hoch genug geschätzt werden. Er gehört keiner einzelnen Person und keiner einzelnen Gruppe – er gehört den Mitgliedern unseres Vereins und wäre ohne die große Unterstützung unzähliger Personen in dieser Form keinesfalls möglich gewesen!


Mit Geduld und Vertrauen zu neuen Ufern

Seit dem 8. Januar befindet sich der 1. FC Saarbrücken nun in einer Übergangsphase, die noch längst nicht abgeschlossen ist, in unseren Augen jedoch bereits erste Blüten trägt. Mit unterschiedlichen Stellenbesetzungen wurden wichtige personelle Weichen gestellt und es dabei endlich auch geschafft, wichtige Identifikationsfiguren und verdiente Spieler an Blau-Schwarz zu binden. Der Austausch zwischen Verein, Fans und Mitgliedern verbessert sich zunehmend und beginnt eine nie gekannte Qualität zu erreichen. Vereinsleben und -kultur entsteht, wo dieses jahrelang kaum noch vorhanden war. Mitglieder werden eingebunden und können ihren Verein aktiv mitgestalten – sei es bei vereinsinternen Themen oder im gemeinsamen Engagement für die ebenfalls lange überfällige Reform der Regionalligen, dem mit der durchgeführten Mitgliederbefragung ein Paradebeispiel für gelebte Vereinsdemokratie zuvor ging.

Gleichzeitig dürfen wir uns nichts vormachen. Zu vieles ist in den vergangenen Jahren personell wie strukturell liegen geblieben, als dass sich sämtliche Defizite und Altlasten innerhalb weniger Monate beheben ließen. Veränderungen brauchen Zeit, Prozesse müssen sich einspielen, Verantwortlichkeiten neu gefunden und Strukturen erst aufgebaut werden. Dabei werden Fehler passieren, Rückschläge zu verkraften sein und Entscheidungen sich im Nachhinein vielleicht als suboptimal erweisen. All dies gehört zu einem echten Neuanfang dazu und trotzdem können wir nach allen Eindrücken, die wir als Kurve insgesamt sowie unsere vereinspolitischen Vertreter im Besonderen in den vergangenen sieben Monaten sammeln konnten, an dieser Stelle eindeutig resümieren: Als Verein befinden wir uns in unseren Augen derzeit insgesamt auf dem absolut richtigen Weg!

Was uns auf diesem Weg allerdings weiterhin genauso wenig hilft wie in der Vergangenheit, sind Spekulationen, das (bewusste oder unbewusste) Verbreiten von Falschbehauptungen oder die FC-typische notorische Negativität. Auf die Gefahr hin uns damit zu wiederholen, war jedoch gerade auch in den vergangenen Monaten erneut oftmals zu beobachten, wie schnell vermeintliche Gewissheiten über Internetforen oder soziale Medien verbreitet und zu Fakten wurden, nur um ja die neuste (Negativ-)Schlagzeile als erstes in die Welt herausgehauen zu haben. Sei es die uninformierte Behauptung, bei Personalentscheidungen seien Satzungsverstöße begangen worden, obwohl die Stelle von Sebi Jacob ordnungsgemäß ausgeschrieben wurde und die sportliche Position von Manuel Zeitz gar keiner Ausschreibung bedurfte. Seien es wildeste Spekulationen und daraus hervorgehende vorschnelle Weltuntergangsstimmung und Grieskrämerei über die Transferpolitik zu Beginn der Sommerpause. Oder sei es selbst dann, als es Ende letzter Saison um ein Menschenleben ging. Um es klar zu sagen: Dieser gesamtgesellschaftliche, rund um den FC jedoch scheinbar besonders stark verbreitete Zeitgeist ist für uns bereits rein menschlich mehr als befremdlich, wir halten ihn jedoch auch mit dem Blick auf unseren Verein und die blau-schwarze Gemeinschaft schlicht und ergreifend für massiv schädlich!

Darüber hinaus müssen wir feststellen, dass der neuen Vereinsführung wiederholt Vorgänge negativ angelastet werden, deren Ursachen tatsächlich noch auf Entscheidungen der alten Verantwortlichen zurückgehen. Uns ist bewusst, dass diese Zusammenhänge nicht immer leicht nachzuvollziehen bzw. in manchen Fällen aus unterschiedlichen Gründen auch gar nicht öffentlich bekannt sind (und natürlich ist es auch eine Frage des Anstands, dass die neue Vereinsführung nicht in regelmäßigen Abständen mit dem Finger auf alte Entscheidungsträger zeigt). Dennoch würden wir uns wünschen, dass den gewählten und eingestellten Funktionsträgern die nötige Geduld, das nötige Vertrauen und auch eine gewisse Offenheit entgegengebracht wird, statt sie oftmals beruhend auf Halbwissen direkt in schärfsten Tönen zu kritisieren. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass Kritik künftig ausbleiben soll. Im Gegenteil: Ein lebendiger Mitgliederverein braucht nichts mehr als eine kritische Mitgliedschaft! Auch wir als Kurve werden die Entwicklung des Vereins weiter aufmerksam begleiten, hatten bekanntermaßen durchaus auch innerhalb der Kurve kontroverse Diskussionen vor der Wahl des Aufsichtsrats und werden beispielsweise weiter konsequent darauf pochen, dass auch die langfristigen Ziele von „Zukunft Blau-Schwarz“ wie der Abbau der Abhängigkeit vom derzeitigen Hauptsponsor konsequent angegangen werden. Vorgetragene Meinungen müssen jedoch in ihrer Form angemessen sein, auf Fakten beruhen und vor allem das gemeinsame Ziel verfolgen, den Verein voranzubringen, nicht ihn erneut zu vergiften und zu spalten. Mit dem Blick nach vorne möchten wir deshalb nochmal an den Titel dieser Stellungnahme erinnern: Wir tragen den Verein – und das am besten in positiver und geeinter Weise!


Umbruch in der Mannschaft, Umbruch im eingetragenen Verein

Sportlich stand bzw. steht der 1. FC Saarbrücken erneut vor einem Neustart. Anders als in den vergangenen Jahren soll dieser jedoch nicht Ausdruck kurzfristiger All-In-Strategien sein, sondern wie auch in allen anderen Bereichen der Beginn eines nachhaltigen Weges. Ohne uns zu stark an einer sportlichen Bewertung zu üben, meinen wir einen solchen Weg mit einer klaren, langfristigen Strategie in ersten Zügen erkennen zu können. Dauerhafter sportlicher Erfolg entsteht jedoch nicht über Nacht und auch deshalb braucht es realistische sportliche Erwartungen an die Saison 2026/27 sowie die Geduld von uns Fans und Mitgliedern, einen nachhaltigen Aufbau mitzutragen.

Ebenso wichtig ist ein Neustart im Verhältnis zwischen Mannschaft und Kurve. In der vergangenen Saison war die Geduld vieler Fans irgendwann aufgebraucht. Nach Jahren kurzfristiger Kaderplanungen fand sich unsere Mannschaft im Abstiegskampf wieder, obwohl wir mit ganz anderen Erwartungshaltungen in die Saison geschickt wurden. Die Reaktionen der Kurve waren Ausdruck dieser tiefen Enttäuschung, entsprechen aber nicht dem Selbstverständnis, das wir dauerhaft leben wollen. Mannschaft und Kurve dürfen sich nicht als Gegensätze verstehen, sie müssen ebenfalls wieder eine Einheit bilden. Hierzu standen wir bereits vor Saisonbeginn in einem konstruktiven Austausch mit Mannschaft und sportlicher Leitung, freuen uns, dass daraus bereits erste einende Momente im Stadion hervorgingen, und werden diesen konstruktiven Dialog als wichtigen Grundstein für das gemeinsame Verhältnis weiter aufrechterhalten. Es geht darum, sich gegenseitig zu tragen, in guten wie in schwierigen Phasen. Dabei stehen eine gesunde Erwartungshaltung einerseits und das weitere Entfachen von mitreißender Euphorie und Aufbruchsstimmung anderseits in keinerlei Widerspruch zueinander.

Und auch abseits des Rasens muss ein gesundes und vielfältiges Vereinsleben erst wieder langsam entstehen. Ein Verein lebt nicht von seinem Spielbetrieb allein. Er lebt von seinen Mitgliedern, seinen Abteilungen, seinen Ehrenamtlichen und all den Menschen, die bereit sind, Verantwortung für ihn und seine Gemeinschaft zu übernehmen. Genau das haben wir in der vergangenen Saison eindrucksvoll bewiesen. Gemeinsam haben die Mitglieder den Verein grundlegend erneuert. Dieses Potenzial endet jedoch nicht mit einer Satzungsreform, jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Die zentralen Forderungen von „Zukunft Blau-Schwarz“ bleiben deshalb auch weiterhin aktuell: Der unschätzbare Charakter als eingetragener Verein muss dauerhaft das Fundament des 1. FC Saarbrücken bleiben. Wie gefährlich eine Abkehr von diesem Prinzip sein kann, hat ein letztjähriger Ligakonkurrent aus dem Süden erst kürzlich erneut schmerzhaft erleben müssen. Professionalisierung, Modernisierung und Vermarktung dürfen daher niemals auf Kosten von demokratischer Mitbestimmung erfolgen, sondern stets in Einklang mit Fan- und Mitgliederinteressen stehen und die Werte des Vereins ausdrücklich berücksichtigen.


Gemeinsam gegen noch größere Widerstände

Mit großer Sorge blicken wir gleichzeitig weiterhin auf die gegenwärtigen Entwicklungen rund um den Umgang von Polizei und Behörden mit Fußballfans. Der Fußball braucht keine immer schärferen Sicherheitskonzepte, keine populistischen Law-and-Order-Politiker und nicht noch mehr polizeiliche Befugnisse. Kennt die Kriminalisierung von Fußballfans bundesweit schon kaum Grenzen, sind das Einsatzkonzepte von Polizei und die Perspektiven des Innenministeriums am Standort Saarbrücken an vielen Stellen besonders realitätsfern. Dass dies bei weitem nicht nur eine „radikale Minderheit“ so sieht, sondern das Stadionpublikum zu immer größeren Teilen keine Lust mehr auf die Hetze, Willkür und Gängelungen hat, zeigte sich zum Ende der vergangenen Saison exemplarisch vor dem Heimspiel gegen Mannheim. Wieder übertraf sich die Polizei in ihrem Aufgebot selbst und bezog sogar unmittelbar hinter der Kurve Stellung, woraufhin wir uns gezwungen sahen, das Stadion vorerst nicht zu betreten. Weite Teile der Stadionbesucher und insbesondere der Kurvengänger solidarisierten sich in der Folge mit unserer Entscheidung – ein starkes Zeichen des Zusammenhalts für ein freies Stadionerlebnis! Mit dem allwöchentlichen polizeilichen Irrsinn, den der Verein, wenn es nach der Landesregierung geht, künftig sogar noch (teil)finanzieren soll, werden wir uns mit Sicherheit während der Saison weiter auseinandersetzen müssen. Auch hier lautet jedoch schon jetzt die oberste Devise, sich als Verein und Fangemeinde nicht von Politik, Medien und Polizei spalten zu lassen!

Und auch fanpolitisch und in Sachen Verbandswesen bleiben die Herausforderungen groß. Das überholte System der Verbandsstrafen und die vorerst erneut gescheiterte Regionalligareform zeigen, dass sich der organisierte Fußball weiterhin grundlegend verändern muss. Hierbei nehmen wir ausgesprochen positiv wahr, dass die neue Vereinsführung den Austausch mit den Fans sucht und fanpolitische Anliegen deutlich offensiver und proaktiver begleitet, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Diesen Weg gilt es gemeinsam fortzusetzen.


Wir tragen den Verein weiter!

Die vergangenen zwölf Monate haben gezeigt, was möglich ist, wenn Mitglieder Verantwortung übernehmen. Aus Zuschauerinnen und Zuschauern wurden Gestalter ihres Vereins. Dieser Geist soll nicht verloren gehen, sondern weitergetragen werden: Lassen wir alle gemeinsam unseren Verein weiter aufblühen und aufleben.

Wir glauben, dass wir nicht nur für uns sprechen, wenn wir sagen, dass die ersten zwei Spiele der Saison ein länger nicht mehr empfundenes blau-schwarzes Glücksgefühl neu entfacht haben und verdammt viel Lust auf mehr machen. Nehmen wir diesen Schwung mit und sorgen wir dafür, dass uns dieses Gefühl, diese Emotionen, diese Leidenschaft und die derzeitige Zuversicht auch durch schwerere Phasen tragen. Und sorgen wir vor allem dafür, dass auch wir Fans den Verein in nochmals neuer Qualität beflügeln und tragen: Im Ludwigspark und in der Ferne, in Stadt und Land, von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, von Spiel zu Spiel.

Zum DFB-Pokalspiel gegen Hertha BSC treffen wir uns dazu alle gemeinsam ab 11:30 Uhr an der Ludwigskirche und tragen unseren Verein, den 1. FC Saarbrücken e.V. dann erneut voller Verrücktheit und (Pokal-)Euphorie wortwörtlich durch die Straßen der Stadt.

(Update 20.08.: Wegen Parallelveranstaltungen an der Ludwigskirche treffen wir uns ein einige Meter weiter oberhalb zwischen Schlossplatz und Nanteser Platz. Die Uhrzeit bleibt unverändert.)

Gebt dabei aufeinander acht und lasst uns in positivem, gemeinschaftlichem und rücksichtsvollem Miteinander gen Ludwigspark ziehen – treibt es laut, bunt und brennt für Blau und Schwarz, aber übertreibt es nicht!

Der 1. FC Saarbrücken e.V. gehört seinen Fans und Mitgliedern. Und genau deshalb gilt auch in dieser Saison weiterhin: Gemeinsam tragen wir den Verein in seine blau-schwarze Zukunft!

Virage Est Saarbrücken

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„Aufstiegsreform? Vereine & Fans betrogen!“

Der Ball rollt wieder. Zwei Regionalligen starten. Anfang August ist die vierte Liga dann komplett im Modus und auch die Zweit- und Drittligisten wieder auf Punktejagd. Es folgt der Pokal und das Oberhaus.

Was alle Vereine unabhängig der aktuellen Ligenzugehörigkeit verbindet? Die Verbände, welche die Regeln vorgeben! So weit, so logisch. Aber längst nicht mehr gut…

Der jüngste Skandal um die lang ersehnte Aufstiegsreform beweist beispielhaft, dass die Fußballverbände längst vergessen haben, welche Interessen sie vertreten. Es geht ganz offensichtlich nicht mehr um den Willen der Vereine, ihrer Sportler und Mitglieder, sondern um Besitz- und Machtansprüche.

Vor knapp einem Monat stimmten Klubs von der 3. Liga bis zur Oberliga über eine überfällige Reform der Regionalligen ab. Auf dem Tisch lag das Ergebnis einer vom DFB eingesetzten Arbeitsgruppe: zwei mögliche Modelle. Wenige Tage vor der Abstimmung offenbarte eine undichte Stelle, dass die fünf Regionalverbände (u.a. der NOFV) heimlich, still und beschämend zentrale Elemente an den Modellen und am Abstimmungsverfahren änderten – ohne transparente Kommunikation zu keinem Zeitpunkt. Kurzform: 18 statt 20 Teams in den neu geschaffenen Ligen und eine Abkehr von der bundesweiten Mehrheitsfindung hin zum Vetorecht für einzelne Regionen. Die Vereine und Fankurven liefen kurzfristig Sturm, jedoch gelang der bodenlose Schachzug der Regionalfürsten: die argumentative und auf einem fair ausgehandelten Kompassmodell fokussierte Geschlossenheit der Vereine wurde durch aufkommende Ängste geschwächt.

Viel zu lange litten die Regionalligisten unter dem Opportunismus der Verbandsfunktionäre, ließen sich gegeneinander ausspielen und letztlich betrügen. Der Reformwille ist geheuchelt, der letzte Funke Vertrauen meilenweit ins Abseits gestellt. Der deutsche Fußball braucht strukturelle und personelle Veränderungen. Die Chancen stehen gut, denn der Zusammenhalt der Vereine und Fans wird immer stärker und der Druck auf die Verantwortlichen wächst.

Liebe Fans, wir haben spätestens jetzt einen Punkt erreicht, an welchem Köpfe rollen müssen. Die Regionalverbände haben ihre Maske abgelegt und der korrupte DFB scheint den Gebären seiner Vizepräsidenten nichts Ehrliches entgegen zu setzen. Der Start der neuen Saison wird ungemütlich. Es geht um mehr als einen sportlich
erfolgreichen Start in die Spielzeit – es geht um Fairness, Authentizität und konsequente personelle und ideelle Veränderungen im Fußball. Der Protest der Vereine und ihrer Anhänger wird in die Stadien getragen und die Solidarität zunächst nur mittelbar betroffener Clubs ist dabei spürbar.

Wir bitten in diesem Zusammenhang um euer Verständnis und eure Solidarität für die anstehenden Protestaktionen und freuen uns über jede Unterstützung. Wir versprechen Angemessenheit, aber definitiv spürbare Aktionen und freuen uns in den kommenden Wochen über Unterstützung aus allen Stadionbereichen.

FÜR EINEN BESSEREN FUSSBALL!

• Ultras Lok Leipzig
• Saalefront Ultras – HFC Chemie
• Fanszene BFC Dynamo
• Südkurve Chemnitz
• Ultras SV Babelsberg 03
• Badkurve Plauen
• Fanszene Hertha BSC
• Ultima Raka 2002 & Ultras Energie & CBR02 – Energie Cottbus
• Fankurve E5 Zwickau
• Steigerwaldkurve Erfurt
• Fanszene des F.C. Hansa Rostock
• Block U – 1. FC Magdeburg
• Wuhlesyndikat 2002 – 1. FC Union Berlin
• Südkurve Jena
• Fanszene der SG Dynamo Dresden
• Westkurve 1860 München
• Nordkurve Nürnberg
• Südkurve München
• Gegengerade Bayreuth
• Fanszene Schweinfurt
• Südtribüne Unterhaching
• Südtribüne Ingolstadt
• Nordtribüne Fürth
• Fanszene Würzburger Kickers
• Stehplatz Mitte – SC Fortuna Köln
• Curva Clock – FC Gütersloh
• Fanszene Siegen – Sportfreunde Siegen
• Fiffi Gerritzen Kurve – SC Preußen Münster
• Fanszene Lippstadt – SV Lippstadt
• Fanszene Paderborn
• Kohorte / Proud Generation – MSV Duisburg
• Syndikat Ultras Wattenscheid
• Willi Pott Tribüne – Rot Weiss Ahlen
• Block A – Bonn
• Ultrà-Szene – BTSV Eintracht 1895
• Violet Crew Osnabrück
• Ultra Szene Wolfsburg
• Block 5 Emden
• Fanszene Göttingen
• Compagno Ultras / New Connection Ultras / Block 501 e.V. – Holstein Kiel
• Gegengerade Bremer SV
• Succade Ultra Oldenburg / Blue Flames Ultras – VfB Oldenburg
• Nordtribüne Hamburg
• Szene Meppen
• Virage Est Saarbrücken
• Südtribüne Darmstadt
• Fanatico Boys + Unitas Aquileiae – Heidenheim

„Eure Spielchen mit Reformen – nicht mit uns“

Aufgrund der jüngsten Entwicklungen rund um die lange geforderte Regionalligareform sieht sich vor der morgigen bundesweiten Abstimmung neben der Initiative zur Aufstiegsreform, der auch unser 1. FC Saarbrücken e.V. bekanntermaßen kürzlich beigetreten ist, auch das Bündnis der Fanszenen Deutschlands gezwungen, sich mit einer scharfen Kritik an den Verbänden zu Wort zu melden. Wie immer teilen und unterstützen wir als Virage Est Saarbrücken sowie als Förderkreis diese Stellungnahme und sprechen uns weiterhin klar für eine Regionalligareform unter dem Motto „Meister müssen aufsteigen“ und gegen die abermals mehr als zweifelhaften Methoden der Fußballverbände aus.

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„Eure Spielchen mit Reformen – nicht mit uns“

Jahrelang wurde von Transparenz, Dialog und einer gemeinsamen Reform der Regionalligen gesprochen. Vereine investierten Zeit, Energie und Vertrauen in einen eigens initiierten Prozess, der endlich zu einer fairen und tragfähigen Lösung führen sollte. In dieser Form in seiner Ausgestaltung und Professionalität beispiellos im europäischen Fußball.

Nun – kurz vor der finalen Abstimmung der Vereine – zeigt sich, was die Verlautbarungen der Regionalverbände tatsächlich wert sind. Sie gipfeln in einer Situation, die uns als Fans der betroffenen, aber auch der aktuell und perspektivisch nicht betroffenen Vereine noch wütender macht. Nicht nur kritischen Fans wird jetzt endgültig klar, dass die Verbände *nicht* im Sinne ihrer Mitgliedsvereine agieren, sondern ganz eigene Ziele verfolgen. Was FIFA und Co. auf der großen Bühne vormachen, spielen die Regionalverbände nach.

Der erste Kritikpunkt: Aus dem gemeinsam erarbeiteten Kompassmodell mit vier 20er-Staffeln sollen plötzlich 18er-Staffeln werden. Dabei waren die zusätzlichen Heimspiele einer der größten sportlichen und wirtschaftlichen Vorteile des Modells. Wer diesen zentralen Baustein wenige Tage vor der Abstimmung streicht, entwertet nicht nur monatelange Arbeit – sondern nimmt den Vereinen einen entscheidenden Mehrwert, den sie längst in ihre Überlegungen einbezogen hatten.

Der zweite Kritikpunkt: Eine bundesweite Mehrheit der Vereine – basierend auf monatelangem Austausch und Bewerten von Argumenten – soll nun nicht mehr ausreichen. Stattdessen soll jede der fünf Regionen eine eigene interne Mehrheit erreichen, um Zustimmung geben zu können. Aus einem demokratischen Mehrheitsprinzip einer bundesweiten Thematik wird damit faktisch ein Vetorecht einzelner Verbände. Wer Mehrheiten aushebelt, stärkt keine Demokratie – sondern zementiert bestehende, ungerechtfertigte und ebenso reformbedürftige Machtverhältnisse.

Noch schwerer wiegt jedoch die Art und Weise. Ausgerechnet in dem Moment, in dem sich Vereine bundesweit zusammengeschlossen, vernetzt und erstmals mit einer gemeinsamen Stimme für eine Reform eingesetzt haben, werden kurz vor der Abstimmung die Spielregeln verändert. Das wirkt nicht wie der Versuch, einen besseren Kompromiss zu finden. Es entsteht vielmehr der Eindruck, dass genau diese Geschlossenheit unterlaufen werden soll. Wer monatelang Beteiligung einfordert, um anschließend im entscheidenden Moment hinter den Kulissen die Grundlagen zu verändern, verspielt jedes Vertrauen in einen fairen Prozess.

Der Widerstand ist die logische Konsequenz. Nicht nur von den unmittelbar betroffenen Fans, sondern von allen, denen an einem glaubwürdigen und basisorientierten Fußball gelegen ist. Wer heute schweigt und diesen miesen Schachzug akzeptiert, der billigt gleichzeitig, dass Verbände ihre eigenen Machtinteressen über die Interessen der Vereine stellen. Diese Form der Verbandsarbeit hat den Fußball lange genug ausgebremst. Es ist Zeit, ihr entschlossen entgegenzutreten und deutlich zu machen: Reformen müssen von den Vereinen getragen werden – nicht gegen sie.

Wir rufen die Vereinsvertreter dazu auf, mit Geschlossenheit und breiter Brust aufzutreten und die anstehende Abstimmung unter diesen Umständen nicht durchzuführen.

Die Verbände dürfen sich sicher sein, dass es keinen Weg mehr an einer grundhaften Veränderung ihrer Ausrichtung und Politik vorbei gibt. Wir werden nicht locker lassen – ihr habt es nicht anders verdient.

Fanszenen Deutschlands im Juni 2026

„Wir lassen uns nicht spalten – Innenminister: Feinde der Fankultur!“

Am 1. Mai, rund einen Monat vor der nächsten Innenministerkonferenz, melden sich erneut die Fanszenen Deutschlands zu Wort. Wie immer teilen auch wir als Virage Est Saarbrücken und als Förderkreis diese Stellungnahme – die Kurve stets nach vorne geht, für Blau und Schwarz zusammensteht!

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Wir lassen uns nicht spalten – Innenminister: Feinde der Fankultur!

Etwas mehr als einen Monat ist es noch hin, bis die nächste Innenministerkonferenz in Hamburg tagt – und wir müssen noch immer davon berichten, dass die nach der letzten IMK versprochene Transparenz Fehlanzeige bleibt. Was genau auf der Agenda stehen wird, ist entsprechend nicht klar – die Erfahrungen der letzten IMK, die Drohungen der Politik gegenüber Vereinen und Verbänden, unterwürfige Verbände sowie die besorgniserregende Zunahme von Polizeigewalt und rechtswidrigen Maßnahmen gegen Fußballfans lassen uns allerdings wenig hoffnungsfroh sein. 

Während manche Innenminister und die Polizei daran zu arbeiten scheinen, Fanszenen zu spalten und eine Unterscheidung von „guten“ und „schlechten“ Fans zu konstruieren, möchten wir also diese heiße Phase der Saison nutzen, um erneut deutlich zu machen: Wir lassen uns nicht spalten! 

Seit dem letzten Jahr drücken gewisse Politiker den Vereinen und Verbänden die Pistole auf die Brust und drohen mit harten Mitteln, sollten sie ihren Forderungen nicht nachkommen. Dabei ist unter anderem die Rede von Lizenzentzügen, von Übertragung der Polizeikosten auf die Vereine sowie von personalisierten Tickets. Maßnahmen also, die die Vereine in die Knie zwingen und finanziell bedrohen können. Stellt euch vor, eurem Lieblingsverein wird die Lizenz für den Spielort des Stadions entzogen – oder zumindest für den Gästeblock! Wie sehr das Fehlen von Gästefans das Stadionerlebnis beeinträchtigen kann, ist bereits in vielen Ländern zu beobachten. Zustände, die wir uns nicht herbeiwünschen – gerade, wenn wir selbst als Auswärtsfahrer betroffen wären. 


An dieser Stelle müssen auch die Verbände explizit angesprochen werden: DFB und DFL sonnen sich in schönen Bildern und vollen Stadien, die die Fanszenen ihnen Jahr für Jahr von Bundesliga bis in die unteren Ligen servieren. Dass für die Fans, für das besondere Stadionerlebnis in Deutschland und gegen willkürliche Maßnahmen ihre starke Stimmen erhoben werden, ist von den Verbänden erwartungsgemäß nicht zu vernehmen. Stattdessen wird eifrig den populistischen Forderungen gefolgt und an einer völlig undurchsichtigen zentralen SV-Kommission gearbeitet. Die DFL sowie der DFB scheinen sich von diesen Drohgebärden einschüchtern zu lassen und vor dem Populismus der Politik einzuknicken. Sie scheinen bereit, unnötig repressive Maßnahmen wie die Verschärfung der Stadionverbots-Richtlinien durchzuwinken, um „schlimmere Übel“ abzuwenden. Die Verschärfungen eben dieser Richtlinien gehen also auch klar auf das Konto der Verbände, die weder ihren Vereinen Rückhalt bieten noch den wirtschaftlichen Faktor von aktiver sowie lebendiger Fankultur berücksichtigen zu wollen. Und das alles wegen einer hochstilisierten Gefahrenlage in deutschen Fußballstadien.   


Es erschließt sich uns zudem auch sechs Monate nach der letzten IMK nicht, weshalb diejenigen Politiker, die sich mit der inneren Sicherheit Deutschlands beschäftigen sollen, überhaupt über den Fußball sprechen. Die herbeifantasierten Schreckgespenster gefährlicher Stadien wurden doch bereits im Vorfeld der letzten IMK entzaubert! Weshalb also wollen gewisse Innenminister das bunte und lebendige Stadionerlebnis durch repressive, rechtlich fragwürdige Maßnahmen aufs Spiel setzen?
Weshalb wollen sie das Risiko in Kauf nehmen, Vereine finanziell zu ruinieren und Fankultur zu beerdigen? Die realitätsfremden Wahrnehmungen von Politikern, die selten bis nie einen Fuß in unsere Stadien gesetzt haben, können nicht unwidersprochen bleiben. Wir Fans wissen, wie die Realität aussieht: der Fußball ist nach wie vor sicher und gleichzeitig braucht das Stadionerlebnis die lebendige Fankultur! Die Zahlen der tatsächlich gefährlichen Vorfälle in Stadien sind so verschwindend gering, dass sie dieses Maßnahmenpaket niemals rechtfertigen können.



Lasst uns ihnen gemeinsam zeigen, was wir davon halten – wir lassen uns nicht spalten! 

Fanszenen Deutschlands – Mai 2026

„3 Monate nach der IMK ist 3 Monate vor der IMK – ein Halbzeitfazit“

Die Fanszenen Deutschlands äußern sich in einer jüngsten Stellungnahme mit einem Zwischenfazit zu den Entwicklungen seit der Innenministerkonferenz im vergangenen Dezember und richten erneut konkrete Forderungen an Politik und Verbände. Als Virage Est Saarbrücken sowie als Förderkreis teilen wir selbstverständlich erneut diese Forderungen sowie die dazugehörige Stellungnahme.

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3 Monate nach der IMK ist 3 Monate vor der IMK – ein Halbzeitfazit

In der Länderspielpause kamen am 28. März 2026, Vertreter von über 50 Fanszenen aus dem gesamten Bundesgebiet in Berlin zusammen, um sich unter anderem über den Eskalationskurs der Innenministerkonferenz und der Sportministerkonferenz zu beraten. Auch Fanszenen, die aufgrund des Spielbetriebs unterhalb der dritten Liga nicht dabei waren, stehen inhaltlich hinter dieser Stellungnahme.

Die letzte IMK im Dezember 2025 hat durch ihren Populismus und ihre Repressionsideen für deutsche Stadien für Aufruhr gesorgt – ihr erinnert euch! Die nächste IMK ist bereits für Juni 2026 angesetzt. Eine gute Gelegenheit also, auf den aktuellen Stand zu blicken, denn: Die aktuelle Entwicklung in deutschen Stadien ist alarmierend! Immer öfter werden Stadionbesucher zu Opfern unverhältnismäßiger Polizeigewalt.

Dies zeigt sich eindeutig seit einigen Jahren und ganz speziell eindrücklich seit Beginn des Jahres 2026. Bei den Spielen Borussia Dortmund gegen FC Bayern München, Hertha BSC gegen FC Schalke 04 und Vfl Wolfsburg gegen Werder Bremen kam es zu zahlreichen zum Teil schwer verletzten Fans. Deutlich wird dies aber auch durch diverse Fanszenen, die mit fadenscheinigen Begründungen auf der Anreise zu ihren Auswärtsspielen zurückgeschickt und hiermit massiv in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt wurden. Aktuell vergeht kaum ein Wochenende ohne einen solchen Skandal. Den Tiefpunkt dieser Entwicklung stellt die hundertfach verhinderte Ausreise von Anhängern von Borussia Dortmund zum Champions League-Spiel bei Atalanta Bergamo durch die Bundespolizei dar. Die zugunsten der Fans entschiedenen Eilverfahren zeigen wiederholt sehr deutlich, dass die Polizei sich im Umgang mit Fußballfans nicht an Recht und Gesetz gebunden sieht!

Böse Zungen behaupten, dass diese jüngste Gewalteskalation seitens der Polizei kein Zufall sein kann. Auch wir sehen sie als systematischen Teil einer arglistigen Strategie der Hardliner aus Innen- und Polizeibehörden mit Blick auf die kommende IMK sowie im Zuge der derzeit stattfindenden Geheimverhandlungen zur Verschärfung der Stadionverbots-Richtlinien. Das Kalkül dahinter scheint so perfide wie offensichtlich: Möglichst schockierende Bilder und Schlagzeilen sollen das politik- und polizeieigene Narrativ, die Stadien seien nicht sicher, Woche für Woche unterfüttern. In dem Wissen, dass die seit Jahren rückläufigen polizeieigenen Zahlen keinerlei Verschärfung rechtfertigen (woran die IMK im letzten Jahr immer wieder erinnert werden musste), werden die eigenen ohnehin fragwürdigen Statistiken der ZIS nun künstlich in die Höhe getrieben.

Das Ziel der Protagonisten in den Innenbehörden scheint klar: Die Verbände DFB und DFL sollen in den Verhandlungen unter maximalen Druck gesetzt werden, zuletzt geschehen mit der erstmals öffentlich geäußerten Drohung der Weitergabe der Polizeikosten durch Herbert Reul und Armin Schuster, wenn die Forderungen der Politik nicht erfüllt werden. Dass aufgrund dieser rücksichtslosen Strategie eine Vielzahl von Fußballfans fernab jeder Verhältnismäßigkeit und Rechtsstaatlichkeit mutwillig und zum Teil schwer verletzt wird, nehmen Polizei und Politik billigend in Kauf. Der Dachverband der Fanhilfen hat in seiner Stellungnahme vom 18. März 2026 die deutliche Zunahme gewalttätiger Polizeieinsätze in der laufenden Saison 2025/2026 dokumentiert. Die Anzahl gewalttätiger Eskalationen durch die Polizei überstieg schon im März die Gesamtzahl vorangegangener Spielzeiten.

Doch auch abseits dieser beobachtbaren polizeilichen Eskalation muss davon ausgegangen werden, dass die Politik den Verbänden druckvoll im Nacken sitzt. Das wird sichtbar, da DFL, DFB und Innenpolitik trotz vollmundiger Transparenzversprechen in der Öffentlichkeit nunmehr seit weiteren vier Monaten in Hinterzimmergesprächen an Verschärfungen der Stadionverbots-Richtlinien schrauben und dabei jegliche Faninteressen und Expertenmeinungen unberücksichtigt lassen.

Im Halbzeitfazit müssen wir daher leider feststellen, dass Politik, Polizei und scheinbar auch die Verbände aus dem letzten Jahr nichts gelernt haben und denken, sie können die gleiche Suppe nochmal kochen – und das noch schärfer gewürzt! Scheinbar müssen wir also wieder laut werden, um für Gerechtigkeit einzutreten, ihren Populismus zu entlarven und ihre perfiden Strategien zu kritisieren!
Daher fordern wir:

1) Verschärfung der Stadionverbots-Richtlinien stoppen!
Unter dem Deckmantel einer einheitlichen Vergabe von Stadionverboten soll eine „Fachaufsicht“ bzw. „Zentrale Stadionverbotskommission“ eingeführt werden, welche den lokalen Strukturen gegenüber weisungsbefugt ist. Diese Fachaufsicht soll auch als Beschwerdestelle für die Polizei fungieren, sollte diese mit den Entscheidungen auf lokaler Ebene unzufrieden sein.
Damit gibt man den Polizeibehörden ein weiteres mächtiges Repressionswerkzeug an die Hand – jenen Polizeibehörden, die nicht davor zurückschrecken, Fußballfans schwer zu verletzen, nur um die eigene Agenda durchzudrücken. Wir sagen: Der Repressionswahnsinn gepaart mit der starken Zunahme willkürlicher und gewalttätiger Polizeieinsätze in deutschen Stadien zeigt, dass die Stadionverbots-Richtlinien nicht verschärft werden dürfen, denn die bewusste Eskalationsstrategie der Innenministerkonferenz darf nicht belohnt werden!

2) Verbände: Transparenz und Faninteressen jetzt!
DFB und DFL dürfen ihre Entscheidungen nicht länger im Geheimen treffen. Wir fordern endlich eine offene und transparente Diskussion unter Wahrung der bestehenden Faninteressen. Ein Stopp der derzeitigen Geheimverhandlungen und eine Neuaufnahme eines Dialogs, welcher seinen Namen auch wirklich verdient, führt nicht nur zu mehr Akzeptanz, sondern bietet den Funktionären von DFB und DFL auch eine Chance, sich diesem massiven Druck seitens der Innenministerien zu widersetzen. Wir erwarten, dass DFB und DFL von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.

3) Unabhängige Ermittlungsstellen!
Vereine und Verbände müssen den Aufbau unabhängiger Ermittlungsstellen nach dänischem Vorbild für die Aufklärung von übermäßiger Polizeigewalt öffentlich unterstützen – zum Schutz hunderttausender Fans, die Woche für Woche deutsche Fußballstadien besuchen. Die bundesweite Eskalationsstrategie der Polizei hat beispielsweise im Olympiastadion und im Westfalenstadion bewiesen: Polizeigewalt kann jeden Stadiongänger treffen.

4) Innenpolitik: Sachargumente statt Populismus!
Abgesehen von eskalierenden Polizeieinheiten ist der Fußball sicher. Es ist Zeit, sich endlich damit abzufinden! Es gibt keine Datengrundlage für den Kurs der Innenministerien, weshalb die Polizei nun bundesweit angehalten scheint, die Verletztenzahlen der ZIS-Statistik – aus Sicht der Innenminister „endlich“ – wieder nach oben zu treiben. Jeglicher Realität entbehrende Zerrbilder, etwa dass jedes Wochenende Spiele wegen Pyrotechnik unterbrochen und Menschen hierdurch verletzt würden, haben einer Versachlichung der Debatte zu weichen. Wir sind es leid, für populistische Forderungen herzuhalten, das Testobjekt für neue Repressionsmaßnahmen zu sein und uns unsere Fankultur und ihre Stilmittel von Innenministern und Polizeigewerkschaftern „erklären“ zu lassen.

Fanszenen Deutschlands – April 2026

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„Transparenzoffensive zur Überarbeitung der SV-Richtlinien“

Mit der klaren Forderung nach mehr Transparenz richten sich die Fanszenen Deutschland am heutigen Montag, den 02. März 2026, insbesondere an ihre eigenen Vereine. Die Virage Est Saarbrücken und der Förderkreis der Virage Est unterstützen diese Forderung, erwarten sich auch vom 1. FC Saarbrücken im Rahmen seiner Möglichkeiten sich für Transparenz und Fanrechte auf bundesweiter Ebene einzusetzen und teilen im Folgenden die Stellungnahme des Fanszenen-Bündnis.

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Transparenzoffensive zur Überarbeitung der SV-Richtlinien

Vor rund zwei Wochen meldeten wir, die Fanszenen Deutschlands, uns bereits mit einer Stellungnahme bezüglich der in Hinterzimmern des DFB erarbeiteten neuen Stadionverbots-Richtlinie. Seitdem herrscht vor allem eins: Stille.

Zwar hat die DFL erstaunlich schnell – bereits am Freitag der Veröffentlichung unserer Stellungnahme – mit einem internen Schreiben an die Vereine reagiert. Die große Chance, nun endlich mit offenen Karten zu spielen, wurde jedoch abermals vertan.

Nun ist es für uns nichts Neues, dass wir Fans in Entscheidungen oder Prozesse der DFL nicht eingebunden werden. Dass allerdings selbst Vereine – teilweise gänzlich – außen vor gelassen werden, ist durchaus verwunderlich.

Das besagte Schreiben der DFL verbreitet dabei auch ganz bewusst Lügen. So ist beispielsweise die Rede davon, die Vereine „umfassend über mögliche Änderungen“ informiert zu haben. Tatsächlich sind allerdings kritische Vereinsvertreter mit irreführenden Falschaussagen aufs Glatteis geführt und kaltgestellt worden. Auch eine erwähnte Videokonferenz fand lediglich im Monologform statt, ohne die Chance auf Rückfragen.

Im Gegensatz zur DFL haben wir die vergangenen Tage genutzt und sind mit unseren Vereinen ins Gespräch gegangen. Die Erkenntnis daraus: Bis heute wissen die Vereine über die geplanten Veränderungen in der SV-Richtlinie nicht oder bestenfalls nur rudimentär Bescheid! Da passt es ins Bild, dass auch im Rahmen der Regionalkonferenzen in der Woche vom 16. bis 20. Februar 2026 in Frankfurt Informationen zur Überarbeitung der Stadionverbots-Richtlinien Fehlanzeige blieben.

Nun ist es natürlich schwierig, über Sachen zu urteilen, deren Inhalt man nicht kennt. Die DFL spricht gerne von „Transparenz“ – doch versagt dann gleich im ersten Schritt, diese zu schaffen.

Als transparenzliebende Fans sehen wir uns somit in der Pflicht, nun unsererseits mit einer Transparenzoffensive Licht ins Dunkel zu bringen. Denn wir wissen ganz genau Bescheid, welche Maßnahmen geplant sind.

Daher möchten wir im Folgenden Paragraphen aus dem Entwurfspapier der DFL zitieren:

  • 2 (3) beschreibt die Errichtung einer Stelle, welche dazu ermächtigt und verpflichtet wird, entsprechende Entscheidungen im Zusammenhang mit Stadionverboten zu treffen und Maßnahmen zu ergreifen. Tätig werden soll diese sogenannte „Fachaufsicht“ selbstständig, auf Antrag einer lokalen SV-Kommission oder auf Antrag der Polizei oder anderer Strafverfolgungsbehörden.

Die zentrale Fachaufsicht ist gemäß des Abschnitts b) weisungsbefugt gegenüber den lokalen Stadionverbots-Kommissionen. Bei Nicht-Einhaltung einer Weisung kann die Fachaufsicht die entsprechenden Maßnahmen treffen.

Es lässt sich also festhalten: Sollte dieser Paragraph so umgesetzt werden, werden die lokalen Stadionverbots-Kommissionen de facto zum Papiertiger. Spätestens wenn der Polizei die Möglichkeit gegeben wird, per Antrag die Fachaufsicht einzuschalten, verlieren die lokalen Kommissionen ihre Bedeutung!

  • 5 (vormals §4) (3) legt fest, dass ein Stadionverbot auszusprechen ist, wenn die Stadionverbotskommission (lokal oder zentral) Kenntnis von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens durch die Strafverfolgungsbehörden erlangt. Zwar ist die Rede von der „Berücksichtigung der konkreten Umstände des Einzelfalls“, grundsätzlich ist aber davon auszugehen, dass hiermit die Vergabe von Stadionverboten nach dem Gießkannen-Prinzip ermöglicht wird. Denn bei Nicht-Erteilung eines Stadionverbots, etwa weil die lokale Stadionverbots-Kommission den Fortgang des Ermittlungsverfahrens oder den Ausgang des etwaigen, folgenden Gerichtsverfahrens abwarten möchte, kann die Polizei die Fachaufsicht anrufen und diese zieht dann die Aussprache der Stadionverbote an sich. Dass Ermittlungsverfahren eingestellt werden oder in Freisprüchen enden können, interessiert Verbände, Politik und Polizei bei der „Präventivmaßnahme“ Stadionverbot nicht.
  • 5 (vormals §4) (4) besagt zudem, dass Stadionverbote sogar ausgesprochen werden können, ohne dass ein Ermittlungs- oder sonstiges Verfahren eingeleitet wurde. Hierfür sollen künftig Ingewahrsamnahmen oder Aufenthaltsverbote ausreichen. Im Kontext der vergangenen Wochen, in denen vermehrt Fanszenen aus fadenscheinigen Gründen an ihrer Auswärtsreise gehindert wurden, würde dieser Paragraph das Tor für den Ausschluss großer Fangruppen öffnen. Und eins ist sicher: Sobald der Polizei dieser Hebel in die Hand gelegt wird, wird sie ihn auch nutzen!

Dies sind nur kurze Auszüge aus dem insgesamt 9 Seiten langen Dokument. Wir möchten diese aber mit unserer Stellungnahme öffentlich machen, um aufzuzeigen, was sich hinter verschlossenen Türen zusammenbraut. In Kraft treten sollen diese Maßnahmen bereits zum 1. Juli 2026, was einen ambitionierten Zeitplan bei zugleich herrschender Intransparenz bedeutet.

Da wir den Glauben an eine diskussionsorientierte Lösung bei DFL, DFB und Politik schon längst verloren haben, nehmen wir daher unsere Vereine in die Pflicht, sich diesen geplanten Maßnahmen entschieden und mit allen Mitteln entgegenzustellen!

Die Fanszenen Deutschlands im März 2026

„Fans & Vereine: Gemeinsam gegen die neuen SV-Richtlinien!“

Erneut melden sich die Fanszenen Deutschlands vor dem kommenden Spieltag mit einer Stellungnahme zu Wort. Wieder sollen im Hinterzimmer und im Eilschritt Verschärfungen gegen Fanrechte durchgepeitscht werden, diesmal geht es konkret um die ohnehin bereits zu kritisierende Praxis von Stadionverboten. Als Virage Est Saarbrücken sowie als Förderkreis unterstützen wir erneut die Stellungnahme und beteiligen uns weiter an den bundesweiten Protesten.

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Fans & Vereine: Gemeinsam gegen die neuen SV-Richtlinien!

Hallo Fußballfans,

die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass die Verbände derzeit heimlich, still und leise eine deutliche Verschärfung der Stadionverbotsrichtlinien anstreben.

In einem wiederholt intransparenten Prozess arbeiten Juristen der Verbände und deren Sicherheitsfunktionäre unter punktueller Einbeziehung einzelner Vereine offenbar daran, umfassende Änderungen an den derzeit gültigen Richtlinien umzusetzen.

Es ist zu befürchten, dass dort all jene Themen zur Debatte stehen, die schon im Rahmen der Innenministerkonferenz an die Öffentlichkeit gedrungen sind: Eine zentrale Stadionverbotskommission mit Weisungsrecht gegenüber den Vereinen und andere weitreichende Verschärfungen gegenüber dem Status Quo.

So waren etwa zwei Kernforderungen aus der IMK, „Soll-Bestimmungen“ in „Ist-Bestimmungen“ umzuwandeln und Stadionverbote für eine Mindestdauer festzusetzen, was vielerorts auf große Kritik gestoßen ist. Aufgrund des Schweigens der Verbände ist nicht auszuschließen, dass diese Damoklesschwerter weiterhin über deutschen Fans schweben. Das gerne als Präventionsmaßnahme verkaufte Konzept „Stadionverbot“ droht somit endgültig zum repressiven Mittel einer Parallelgerichtsbarkeit zu werden.

An dieser Stelle sehen wir unsere Vereine in der Pflicht, unsachgemäßen und praxisfernen Vorstößen entschieden entgegenzutreten. Dazu gehört, eine ergebnisoffene Diskussion einzufordern, die nicht abseits der Öffentlichkeit stattfindet und Fanperspektiven einbezieht. Zum Jahresende 2025 haben wir jedenfalls gezeigt, was wir gemeinsam auch in solch aufgeladenen Themen erreichen können.

Die Verbände fordern wir dazu auf, ihre Entscheidungen nicht im Hinterzimmer zu treffen, sondern offen und transparent die Diskussion zu führen.

Fanszenen Deutschlands im Februar 2026

Dem Geist von Satzung & Leitbild nun die nötige Zeit geben!

Stellungnahme zur Mitgliederversammlung und der Zukunft von „Zukunft Blau-Schwarz“

Liebe Mitgliedschaft des 1. FC Saarbrücken e.V.,

eine in vielerlei Hinsicht denkwürdige ordentliche Mitgliederversammlung liegt hinter uns. Hätte es noch einen Beleg dafür benötigt, dass in unserem Verein Veränderungen überfällig sind, so wäre dieser mit der Nacht von Donnerstag auf Freitag wohl endgültig erbracht worden. Wir wollen an dieser Stelle nicht groß ins Detail gehen, bezeichnend für das an vielen Stellen nicht mehr zeitgemäße und unprofessionelle Agieren unseres Vereins war die knapp 11-stündige Versammlung aber allemal. Dass Gremien wie Präsidium und Ehrenrat in den frühen Morgenstunden unter Anwesenheit nur noch eines Bruchteils der eigentlich zahlreich erschienenen Mitgliedschaft gewählt werden, ist unserem traditionsreichen Fußballclub und seiner Bedeutung – so klar muss man es sagen – unwürdig!

Ein großer Dank gilt den vielen unermüdlichen Helferinnen und Helfern, insbesondere auch aus den Jugendmannschaften des Vereins sowie den ausharrenden Mitgliedern, die den vollständigen Ablauf der Versammlung trotz Widrigkeiten ermöglichten.

Die ordentliche Mitgliederversammlung zeigt aber auch ein weiteres Mal: vielen Menschen liegt die Zukunft unseres Vereins am Herzen! Die Versammlung war wie bereits angeschnitten erneut gut besucht, zahlreiche Kandidatinnen und Kandidaten für die verschiedensten Gremien bewarben sich für ein ehrenamtliches Engagement im Verein und auch das enorme öffentliche Interesse zeugte erneut von der großen Strahlkraft von Blau und Schwarz.

Und natürlich markiert der vergangene Donnerstag die Möglichkeit auf einen Neuanfang. Die Vereinsgremien wurden das erste Mal nach der neuen, von unserer Kampagne eingebrachten Satzung gewählt. Wir hatten uns bekanntermaßen im Vorhinein in der Verantwortung gesehen, uns in einem Empfehlungsschreiben zur in unseren Augen favorisierten personellen Konstellation zu äußern – wohlwissend, dass dies vermutlich größere Kontroversen auslösen wird. Sämtliche sachlich geführten Diskussionen, die in der Folge dann tatsächlich rund um diese Empfehlung entstanden, begrüßen wir im Sinne eines demokratischen Meinungsprozesses ausdrücklich und können verschiedene Bedenken und Teile der geäußerten Kritik auch gut nachvollziehen.

Wir stehen dennoch weiterhin hinter dem empfohlenen und nun auch gewählten Personaltableau und begreifen dieses mitsamt der neuen Struktur unverändert als eine große Chance für unseren Verein. Wir werben dafür den neuen Gremien nun die nötige Zeit, Ruhe und Geduld zuzugestehen und begrüßen in diesem Zuge die unverzügliche Aufnahme der Arbeit sowie die transparenten ersten Schritte des Aufsichtsrats. Wir verstehen nach all den Jahren und Jahrzehnten die Sorgen vor alten Mustern nur zu gut, vertrauen gleichzeitig aber unserer neuen Vereinssatzung und dem von ihr vorgegebenen, grundlegend veränderten Rahmen. Und auch als Mitgliedschaft haben wir mit den vergangenen zwei Mitgliederversammlungen den neuen Funktionsträgern einen klaren Auftrag erteilt: Transparenz und Bestenauslese, Professionalisierung unseres Vereins im e.V., Abbau der Abhängigkeit von einem einzigen Sponsor, kurzum: ein grundlegender und mutiger Aufbruch statt des bekannten „Weiter so“! Wir sind überzeugt, dass sich die neuen Gremien diesem Auftrag verpflichtet sehen und ihr Bestmögliches tun werden, um diesen umzusetzen.

Um „Zukunft Blau-Schwarz“ wird es nun vorerst ruhiger werden. Gemeinsam können wir auf eine fantastische Reise mit vielen Erinnerungen und Gänsehautmomenten zurückblicken: Angefangen mit der Ideenfindung, Ausarbeitung der neuen Satzung und Leitbild, Vorbereitung und Veröffentlichung der Kampagne, Unterschriftensammlung, verschiedensten Aktionen in und rund um das Stadion, einer enormen Mobilisierung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung, die Versammlung selbst mit unserer Vorstellung und einem kaum für möglich gehaltenem Ergebnis, die folgenden Kopfschmerzen und öffentlichen Weltuntergangsszenarien aufgrund der Eintragungsverzögerung, schließlich die erfolgreiche Eintragung der Satzungsänderung und schlussendlich eben die Mitgliederversammlung am vergangenen Donnerstag. Der gesamte Prozess ist in unseren Augen ein Paradebeispiel aktiver Mitgliederbeteiligung und gelebter Vereinsdemokratie und zeigt einmal mehr den hohen Wert mitgliedergeführter Vereine.

Es waren äußerst intensive und ereignisreiche Monate, für die auch wir uns nun die nötige Zeit nehmen wollen, um diese auszuwerten und zu verarbeiten. Im August sind wir mit dem Anliegen an die Mitgliedschaft herangetreten, die strukturellen Voraussetzungen für einen professionell agierenden und zukunftsfähigen 1. FC Saarbrücken e.V. zu schaffen. Dieses Ziel sehen wir als erfüllt an. Wir werden uns nun in Ruhe Gedanken darüber machen, ob und wenn ja in welcher Weise „Zukunft Blau-Schwarz“ bestehen bleibt, welche Rolle die Initiative künftig einnehmen kann und inwiefern eventuell weitere Projekte zum Wohle des Vereins losgetreten werden.

Die vorerst abschließenden Worte richten sich an all diejenigen, die uns diese einmalige Reise, die tief in unseren Köpfen und noch tiefer in unseren Herzen in Erinnerung bleiben wird, erst ermöglicht und sie stets voller Unterstützung begleitet haben:

Vielen Dank an die Virage Est Saarbrücken, die die Kampagne initiierte und dessen aktive Fanszene immer bereitstand, wenn Hilfe benötigt war.

Wir bedanken uns beim Förderkreis der Virage Est e.V. (werdet Mitglied!), der in vielen bürokratischen, finanziellen und logistischen Aspekten unterstützte – angefangen von der Bereitstellung der Webseite bis hin zur Ermöglichung juristischer Beratung über den gesamten Prozess hinweg.

Natürlich geht ebenso ein ganz herzlicher Dank nach Bayreuth an eben diesen juristischen Berater Prof. Dr. Peter Heermann, der uns in zahlreichen Sitzungen und endlosen E-Mails stets mit ausführlichster vereinsrechtlicher Expertise zur Seite stand.

Und zu guter Letzt, aber doch am aller wichtigsten: Ein unendlich großer Dank an all die unzähligen Unterstützerinnen und Unterstützer aus der Anhänger-, Fan- und Mitgliedschaft unseres 1. FC Saarbrücken e.V.! Egal ob Fanclub oder Einzelperson, egal ob öffentliche Unterstützung oder hinter den Kulissen, egal ob im Großen oder Kleinen. Danke für diesen Mut! Ihr wart es, die „Zukunft Blau-Schwarz“ erst diese unbändige Kraft gegeben habt, ihr wart es, die „Zukunft Blau-Schwarz“ zu einer blau-schwarzen Bewegung gemacht habt.

Und gemeinsam waren wir es, die unserem FCS gewissermaßen neues Leben eingehaucht haben. Auch deshalb können wir alle ab sofort mit großer Zuversicht in eine hoffentlich goldene blau-schwarze Zukunft blicken.

In Dankbarkeit und mit blau-schwarzen Grüßen
„Zukunft Blau-Schwarz“

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…denn für Blau und Schwarz wird’s höchste Zeit!